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    Hochsensibilität: Welcher Beruf passt zu mir? Artikelreihe Teil 2

    Geschrieben von Nicole

    Nicht nur, wenn du hochsensibel bist, wirst du dir diese Frage stellen sondern wahrscheinlich auch, wenn du es nicht bist.

    Nur nicht so oft. Ich zumindest habe sie mir sehr oft gestellt. Jahrzehntelang. Bis ich endlich erkannte, dass ich ein „hochsensibler Scanner“ bin. Was das Ganze nicht unbedingt leichter für mich machte. Wenn du wissen willst, was ein „Scanner“ ist und wie du als hochsensibler Mensch genauso wie ich endlich deinen beruflichen Weg finden kannst, bist du hier richtig…

    Hochsensible sind häufig gute Teamplayer. Brauchen aber auch ihren Rückzug...

    Beginnen wir mal damit:

    Ein „Scanner“…

    Hm.

    Schön.

    Sehr aussagekräftig, das Wort.

    Aber was zum Teufel meint es??!

    Wenn du es nicht weißt, bekommst du jetzt exklusiv die Antwort:

    Ein Scanner ist ein vielseitig interessierter Mensch,

    der neue Erfahrungen liebt.

    Grundsätzlich ist das keine schlechte Eigenschaft, doch im Berufsleben eher hinderlich.

    Warum, fragst du?

    Weil unsere Gesellschaft nicht die Vielseitigkeit liebt, sondern etwas anderes: Geradlinige Lebensläufe.

    Menschen mit Umwegen, Brüchen, Pausen und Neuanfängen sind da nicht so gern gesehen.

    Doch was passiert denjenigen, die in ihrem Leben mehr als nur eine Sache ausprobieren wollen oder alles gehen außer "gerade"?

    Ich erzähle es dir:


    Mein Leben als "Scanner"

    Das erste Mal habe ich das Wort „Scanner“ vor zehn Jahren im Buch von Barbara Sher *"Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will" (2011) gelesen.

    Auf wundersame Weise fühlte ich mich sofort davon angesprochen, denn die Autorin beschrieb auf S. 119 ganz genau wie ich mich fühlte:

     

    „Für einen Scanner besteht das Universum

    aus tausend Kunstwerken,

    und ein einziges Leben ist viel zu kurz,

    um sie alle kennen zu lernen.“

     

    Für mich damals eine spannende Erkenntnis, nur anfangen konnte ich damit wenig.

    Eher herrschte beruflich gesehen ein Gefühl von „alleine auf weiter Flur sein“.

    Frustrierende Sache, wenn man seinen Platz auch nach Jahren in der Gesellschaft einfach nicht findet, während alle um einen herum es tun.

    Dabei war es ja nicht so, dass ich dauernd etwas anfing und wieder hinwarf, nein.

    Ich absolvierte Ausbildung um Ausbildung

    bis ich irgendwann einen regelrechten BAUCHLADEN

    an Wissen anbieten konnte!

    Nur „DAS RICHTIGE“ -

    etwas, das ich dauerhaft ausüben konnte -

    FAND ICH NICHT.

    So sehr ich es mir auch wünschte und immer wieder aufs Neue probierte.

    Jedes Mal lief es nach demselben Muster ab:

    Ich fing etwas an, arbeitete mich intensiv ein, fühlte mich irgendwann unzufrieden und zog dann (für meine zufriedenen Arbeitgeber jedes Mal völlig unverständlich) weiter.

    Immer in der Hoffnung, dass es das nächste Mal besser sein würde.

    Doch „besser“ wurde es leider nie…!

    So fristete ich mein unzufriedenes Dasein, bis ich irgendwann das Buch *"Die Berufung für Hochsensible: Die Gratwanderung zwischen Genialität und Zusammenbruch" von Luca Rohleder (www.HochsensiblePersonen.com) in die Finger bekam. Darin erkannte ich nicht nur, dass ich hochsensibel bin, sondern auch, dass viele Menschen, die hochsensibel sind ein ähnliches „Problem“ haben:

    Sie häufen Wissen um Wissen an, arbeiten in verschiedensten Bereichen und würden sich am liebsten ständig fortbilden.

    Ich kann dir gar nicht sagen, wie ERLEICHTERT ich war als ich das las.

    Endlich gab es eine

    ERKLÄRUNG für mein Verhalten!

    Und: Ich war NICHT alleine!

    Das war der Startschuss für eine intensive Beschäftigung mit dem Thema Hochsensibilität und Beruf.

    Am Ende kam das heraus, was sich heute „meinweg-deinweg“ nennt und mein berufliches Herzensprojekt ist.

    Doch halt, soweit sind wir noch nicht.

    Zunächst möchte ich dir kurz noch einmal erklären was Hochsensibilität bedeutet:


    Hochsensibilität: Definition

    Wie schon in meinem Artikel „Hochsensibilität – was ist das?“ beschrieben, erklärt Wikipedia den Begriff folgendermaßen:

     

    „Hochsensibilität (…) ist ein Phänomen,

    bei dem Betroffene stärker als der Durchschnitt auf Reize reagieren,

    diese viel eingehender wahrnehmen und verarbeiten.“

     

    Das heißt, dass hochsensible Menschen oft schmerzempfindlicher sind, intensiver wahrnehmen und emotional verletzlicher sind als andere.

    Dies liegt an ihrem deutlich empfindsameren Nervensystem, das nicht so gut mit einem Zuviel an äußeren oder inneren Reizen klarkommt.

    Trotzdem (und das ist jetzt wichtig!) ist Hochsensibilität ist KEINE Krankheit, sondern schlicht und ergreifend ein Wesenszug – mit allen Vor- und Nachteilen wie bei jedem anderen Wesenszug auch.

    Doch wie kann sich dieser hochsensible Wesenszug speziell im Beruf äußern?


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    Hochsensibilität im Beruf: Auswirkungen

    Eines vorweg: Hochsensible wünschen sich – genauso wie jeder andere Mensch – einen passenden Beruf und ein glückliches, erfülltes Leben.

    Für sie ist es jedoch noch wichtiger, in ihrem Tun einen Sinn zu erfahren, ihre individuellen Fähigkeiten auszuleben und dabei wertgeschätzt zu werden.

    In unserer modernen Berufswelt zählt das aber immer weniger.

    Stattdessen geht es um Schnelligkeit, Effizienz und Flexibilität.

    Wer da nicht mithalten kann,

    wird untergebügelt.

    Oder fällt unangenehm auf.

    Beides nicht erstrebenswert.

    Wenn es im Beruf nicht passt, leiden Hochsensible deutlich mehr als andere.

    Da ihre Sensibilität ausgeprägter ist, spüren sie auch das Gefühl von Unzufriedenheit intensiver.

    Trotzdem – und das gilt es immer wieder zu betonen! – ist nicht jeder hochsensible Mensch gleich.

    Womit der eine vielleicht besser zurechtkommt,

    tut sich der andere möglicherweise schwer!

    Um dies zu vermeiden, ist es wichtig zu wissen, welche Rahmenbedingungen hochsensible Menschen verstärkt brauchen, um mit ihrer Arbeit glücklich zu sein.  

    Auch ich habe mich (schon alleine wegen meinem eigenen beruflichen Hin und Her!) intensivst mit dieser Frage auseinander gesetzt. 

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    Im Blogartikel „Hochsensible - pures Gold in Beruf und Wirtschaft“ von Melanie Vogel und Janine de Penguern-Schott habe ich ein paar interessante Antworten gefunden:


    Hochsensibilität im Beruf: Stärken

    Hochsensible Menschen sind oft geschätzte Arbeitnehmer – sofern sie an der individuell für sie richtigen Stelle eingesetzt werden.

    Zu den prägnantesten Stärken zählen (mehr oder weniger je nach Person unterschiedlich stark ausgeprägt):

    • Zuverlässigkeit und gewissenhaftes Arbeiten,
    • ausgeprägter Wille, Leistung zu erbringen und die Bereitschaft, sich dafür intensiv einzusetzen,
    • nuancenreiche Wahrnehmung,
    • Blick auf das „große Ganze“ (ohne dabei das Detail zu vergessen),
    • Kreativität,
    • Empathie,
    • Blick auf Wachstum und Vorankommen,
    • gute Teamfähigkeit mit ausgeprägtem Werteverständnis,
    • Fähigkeit zur Reflexion,
    • gute Intuition als natürliche Gabe,
    • Begeisterungsfähigkeit und
    • der ausgeprägte Drang, sich Wissen anzueignen.

    Wer einen hochsensiblen Arbeitnehmer kennt oder selbst hochsensibel ist, wird mir bei dieser Auflistung zustimmen.

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es ist SUPER, wenn du (und das gilt nicht nur für hochsensible Menschen sondern auch für alle anderen!) an der richtigen Stelle bist und entsprechend deiner Fähigkeiten eingesetzt wirst.

    Bist du es jedoch NICHT, kann sich ganz schnell ein sehr belastender Zustand daraus entwickeln.

    Ein persönliches Beispiel:

    Vor einigen Jahren arbeitete ich als Vermittlerin für Pflegekräfte. Dabei kooperierte ich mit einer ausländischen Agentur, welche die Pflegekräfte im Heimatland auswählte und nach Deutschland versandte. Vieles lief gut und der telefonische Kontakt zu den deutschen Kunden war oft sehr herzlich.

    Doch es gab auch einen Wehmutstropfen: Beim Ersteinsatz der Pflegekräfte ging des Öfteren leider etwas schief.

    Das hieß: Manche Pflegekräfte reisten überraschenderweise erst gar nicht an oder verließen die Familie nach ein paar Tagen ohne Begründung wieder. Obwohl die ausländische Agentur und ich wirklich immer alles besten Gewissens organisiert hatten, entzog sich dieses unzuverlässige Verhalten unserem Einfluss.

    Dazu kann ich nur sagen: Ich wünsche es niemanden, eine Familie anrufen zu müssen, bei der sich alle zur Ankunft der Pflegerin frei genommen haben und am Bahnhof plötzlich keine auftaucht.

    Natürlich hatte ich deswegen (verständlicherweise!) sehr häufig mit wütenden Kunden zu tun. Irgendwann litt ich zu sehr darunter und gab diesen Job auf.

    Warum ich das tat?

    Weil ich ihn mit meinem persönlichen Werteempfinden

    einfach nicht mehr vereinbaren konnte...!    

    Ein anderer - coolerer und nicht so empfindlicher Mensch - hätte sich da vielleicht abgeschüttelt und einfach weiter seinen Job gemacht, ich weiß es nicht...

    Die Autorin Silvia Harke führt in ihrem Buch *"Hochsensibel ist mehr als zartbesaitet. Die 100 häufigsten Fragen und Antworten. Ratgeber für Herausforderungen, Ängste & Konflikte. Praxisbuch zur Alltagsbewältigung & Stärkung des Selbsvertrauens“ (2016, S. 99) auf jeden Fall Arbeitsbedingungen auf, die für Hochsensible negativ sind und sie blockieren:


    Hochsensibilität im Beruf: Ungünstige Arbeitsbedingungen

    Eines vorweg: Viele dieser Punkte sind auch für „normale“ Arbeitnehmer sicherlich nicht gerade förderlich.

    Umso mehr sollten diese ebenfalls ihren Arbeitsplatz im Hinblick auf folgende Rahmenbedingungen prüfen:

     

    • (…) Druck und Kontrolle von „oben“
    • die starke Einschränkung von Kreativität und Flexibilität
    • zu wenig positives Feedback von Vorgesetzten und Chefs
    • unmenschliches geschäftliches Vorgehen aus wirtschaftlichen Zwängen und die Kollision mit eigenen Werten
    • Reizüberflutung in Großraumbüros
    • Keine zeitlichen oder räumlichen Rückzugsmöglichkeiten
    • Mobbing und soziale Kälte im Betriebsklima (…)

     

    Insgesamt wäre es also wünschenswert, wenn Hochsensible entsprechend ihrer Fähigkeiten in einem Unternehmen arbeiten könnten, das über eine „nachvollziehbare ethische Grundhaltung verfügt“ und Rücksicht auf die Belange hochsensibler Menschen nimmt, so empfiehlt es zumindest Brigitte Schorr in ihrem Buch *„Hochsensible im Beruf: Wie empfindsame Menschen leben und arbeiten (Hochsensibel, Band 3)“ (2018, S. 123).

    Viele Unternehmen hingegen streben nur nach immer mehr Gewinn - oft auf Kosten der sich dafür einsetzenden Mitarbeiter.

    Alleine schon die räumlichen Bedingungen sind da häufig ein Problem. Riesige Büros, in denen Mitarbeiter oft zu zehnt mehr oder weniger eingepfercht arbeiten, lassen wenig Spielraum für zeitweisen Rückzug oder individuelles, möglichst störungsfreies Arbeiten.

    Das bringt sensibel gestrickte Menschen häufig an ihre Grenzen.

    Die Folge nach oft jahrelanger Anpassung an diese unguten Umgebungsbedingungen:

    Körperliche - und nicht selten auch psychische - Probleme.

    Natürlich gibt es nicht nur ÄUSSERE berufliche Rahmenbedingungen, die für hochsensible Menschen ungünstig sind.

    Es können auch die EIGENEN Schwächen sein…


    Hochsensibilität im Beruf: Schwächen

    Im Blogartikel „Hochsensibilität im Beruf: Wie damit umgehen?“ werden häufig verbreitete „Schattenseiten der Hochsensibilität“ aufgeführt (doch auch hier gilt wieder: Bitte KEINE pauschale Annahme, dass JEDER hochsensible Mensch so ist!):

     

     „Hochsensible...

    • sind stressanfälliger.
    • fühlen sich schnell überfordert.
    • neigen zu Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
    • fällt es schwer, sich abzugrenzen.
    • sind schreckhaft, neigen zu übersteigerten Reaktionen.
    • sind schneller gereizt und haben daher auch ein hohes Rückzugsbedürfnis.“

     

    Genauer beschreibt die Autorin Ulrike Hensel in ihrem Buch *"Mit viel Feingefühl: Hochsensibilität verstehen und wertschätzen" (2013) bestimmte „Lernaufgaben“, die empfindsame Menschen oft für ihr (berufliches) Leben haben:

    • Dem eigenen Perfektionsdrang nicht immer nachgeben und auch einmal Fehler akzeptieren - es lebt sich damit ein gutes Stückchen entspannter.
    • Die eigene Intuition als Gabe für berufliche Entscheidungen nutzen – diese aber einem abschließenden Realitäts-Check durch den Verstand unterziehen.
    • Nicht viele Projekte gleichzeitig angehen – sondern eines nach dem anderen abschließen.
    • Akzeptieren, dass nicht alles Leid der Welt durch das eigene Handeln beeinflussbar ist. Lieber im Kleinen seinen Teil für eine bessere Welt leisten.
    • Sich in andere einfühlen ohne die eigenen emotionalen Grenzen zu überschreiten.
    • Wissen ansammeln ja – aber dieses genauso konkret in der Praxis umsetzen.

    Zuletzt bezieht sich Ulrike Hensel noch auf das für hochsensible Menschen oft typische übergeordnete Denken (S. 191):

     

    „Bei allem Respekt vor der Komplexität der Dinge sich auch einmal

    auf einen begrenzten Denkrahmen beschränken,

    wissend, dass es eine willkürliche Reduktion ist.

    Anerkennen, dass man trotz noch so vieler Überlegungen

    den Lauf der Dinge nicht voraussehen kann,

    dass manches Vorhaben einfach beherzt angegangen werden will.“

     

    Doch was ist das Fazit aus all diesen Erkenntnissen?


    Hochsensibilität im Beruf: Mein Fazit

    Wenn du hochsensibel bist, hast du Stärken und Schwächen wie jeder andere Mensch.

    Der Knackpunkt ist:

    Du musst über sie BESCHEID wissen

    und dein Arbeitsfeld entsprechend AUSWÄHLEN!

    Wenn du in einem Umfeld tätig bist, das nicht deinem Wesen und deinen Fähigkeiten entspricht, wird es dich auf Dauer unglücklich machen.

    Wenn du Pech hast, wirst du sogar krank, so wie es bei mir irgendwann geschehen ist.

    Doch auch das ist gut und schlecht zugleich.

    Schlecht, weil du dann erst einmal damit zu tun hast, wieder gesund zu werden.

    Gut, weil es dich vielleicht endlich dazu ZWINGT,

    dein Umfeld entsprechend deinem Wesen AKTIV ZU GESTALTEN

    und dich dabei NICHT von dem,

    was die GESELLSCHAFT als richtig oder falsch empfindet,

    BEEINFLUSSEN zu lassen!

    Nach langen Jahren der verzweifelten eigenen Suche kann ich dir auf jeden Fall abschließend folgende Tipps für ein erfolgreiches Berufsleben (basierend auf dem Blogartikel „7 Dinge, die hochsensible Menschen im Beruf brauchen“ von Ulrike Hensel, mymonk.de) geben:

    • Suche dir eine sinnvolle Tätigkeit, die deinem Werteempfinden entspricht.
    • Achte auf ein gutes kollegiales Miteinander und Betriebsklima.
    • Lasse (sofern möglich!) Ruhe und Aktivitätsphasen sich abwechseln.
    • Vermeide Großraumbüros (Gefahr der Reizüberflutung!)
    • Lieber Qualität als Quantität!
    • Suche dir ein abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld.
    • Schaffe dir immer wieder gestalterische Freiräume in deiner Arbeit.

    Für mich persönlich kam irgendwann heraus, dass ich einen Wechsel zwischen Angestellten- und Selbständigen-Tätigkeit brauche, um ein dauerhaft zufriedener „hochsensibler Scanner“ zu sein.

    Nur dann ist meinem Bedürfnis nach finanzieller Absicherung und gleichzeitig Vielseitigkeit, Kreativität, flexibler Zeiteinteilung und Sinn Genüge getan.

    Auch arbeite ich nicht mehr Vollzeit, sondern „nur“ noch max. 30 Std. – um viel Zeit für mich und mein persönliches Umfeld zu haben.

    Dafür nehme ich finanzielle Einbußen gerne in Kauf.

    Solltest auch du ein Scanner sein, der in der Berufswelt (noch) nicht zurechtkommt, dann schau dir am besten dieses Video an, um dich zu motivieren.

    Möchtest du mehr über die Erfahrungen einer anderen Scannerin wissen, lies das Interview, das ich mit Marion Hochwimmer geführt habe. Die sensible Marketing Managerin sah irgendwann keinen Sinn mehr im eight-to- five –Job und gründete gemeinsam mit Co-Initiatorin Steffi Losert Aha Retreats.

    Heute tun die beiden das, was ihnen wirklich am Herzen liegt: Anderen Menschen in Orientierungs-Phasen zum Traumjob zu verhelfen. Eigens hierfür haben sie sogar einen Onlinekurs erstellt, den *"Design your Life & Job!"-Kurs, vielleicht auch etwas für dich? Das Beste: meinweg-deinweg-Leser bekommen 100 Euro-Exklusivrabatt (gilt nicht in Kombi mit Webinar-Preis), einfach den Gutscheincode MEINWEGDEINWEG beim Buchungsformular eingeben.

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    Trägst du dich mit dem Gedanken, dich selbständig zu machen und willst wissen, wie es einer anderen Hochsensiblen dabei ging, empfehle ich dir das Buch *„Hochsensibilität und die berufliche Selbständigkeit“ (2017) von Sandra Tissot. Genauso dieses Interview mit ihr, in dem sie beschreibt, welche Fragen man sich stellen sollte, wenn man eine Selbständigkeit in Erwägung zieht.

    Möchtest du mehr über dieses Thema von einer sensiblen Autorin wie mir lesen, gönne dir mein Buch *"Feinfühligkeit trifft auf Berufsleben. Wie Sie Beruf und Ihr Naturell in Einklang bringen können", zahlreiche positive Rezensionen über das Buch findest du HIER.

    So, nun sind wir am Ende unseres Artikels angekommen.

    Egal, ob du hochsensibel bist oder nicht:

    Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du deinen Weg machst und gut auf dich und deine Bedürfnisse achtest.

    Was wichtig ist:

    Habe bitte den Mut, etwas zu BEENDEN,

    wenn du dich dauerhaft UNGLÜCKLICH fühlst!

    Denn wie heißt es doch so schön:

    „Wenn sich ein Türchen schließt, öffnet sich immer ein anderes…!“

    Viel Erfolg!

    Deine Nicole

    P.S. Dieser Artikel ist Teil einer ganzen Reihe zum Thema Hochsensibilität. Du willst mehr darüber erfahren? Dann folge mir zu Teil 1 dieser Serie mit der Übersicht über alle Artikel und kostenlosen Tools für dich.

    Über den Autor

    Nicole

    Nicole

    Hi, mein Name ist Nicole,
    ich bin Sozialpädagogin und feinfühlige Betreiberin von meinweg-deinweg, was ich als meine persönliche berufliche Erfüllung bezeichne. Daneben bin ich Autorin von *"Feinfühligkeit trifft auf Berufsleben" und erstelle Selbstcoachingprodukte.

    Kommentare (77)

    • Maria Ehrenberg

      Maria Ehrenberg

      16 November 2017 um 17:22 |
      Liebe Nicole,

      hochsensibel UND Scanner klingt nach einer herausfordernden Mischung. Ich selbst brauche auch unheimlich viel Abwechslung, das bunte vielseitige Leben UND eine ordentliche Portion Ruhe.

      Die richtigen Rahmenbedingungen können einen großen Unterschied machen für sensible Menschen im Berufsleben.
      Herzliche Grüße
      Maria

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        17 November 2017 um 16:21 |
        Liebe Maria,

        vielen Dank für deinen Kommentar. Du hast recht: hochsensibel UND Scanner ist in der Tat eine Herausforderung, besonders wenn man sich dessen nicht im Klaren ist. Es können Jahrzehnte vergehen, bis man für sich selbst erkennt, was man braucht, um sich in einem (oder mehreren Jobs parallel!) wohlzufühlen. Die Mischung, die du dir geschaffen hast, klingt für mich perfekt. Ich kann sie auch nur jedem (hochsensiblen) Scanner empfehlen. Liebe Grüße! Nicole

        antworten

    • Joanna

      Joanna

      11 Februar 2018 um 11:23 |
      Liebe Nicole,
      Ich bin schon fast 16 Jahre alt und versuche gerade herauszufinden wer ich eigentlich bin weil ich bin einfach anders als die andern ich bin sehr sensible. Es ist einfach so blöd keiner versteht mich wie ich mich fühle ich fühle viel mehr als andere fühlen und diese Gefühle kann man nicht beschreiben. Zum Beispiel jemand verletzt sich oder ich verletze jemanden dann muss ich sofort anfangen zu weinen dann kommt wieder da gefühl weil es mir so leid tut und ich mit ihm fühle. Ich denke sehr viel nach wenn ich fehler gemacht habe oder ich kann schwer Entscheidungen treffe ich fange sehr schnell an zu weinen aber ich will das nicht oder so zb als ich mit einer freundin streit hatte und der Streit geklärt wart dachte ich immer noch 4 monate später über diesen Streit nach ja und ich habe sehr viele Ängste. Stimmt das es sensibel zu sein eine besondere gabe ist. Ja und ich bin sehr gerne alleine haben sie vielleicht ein paar kleine Tipps um mit Sensibilität umzugehen mit freundlichen Grüßen

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        11 Februar 2018 um 11:56 |
        Meine liebe Joanna,

        aus deinem Kommentar lese ich heraus, dass es dir mit deinem Wesenszug der Hochsensibilität öfters mal nicht so gut geht bzw. du dich belastet fühlst. Ich möchte dir gerne Mut machen, dich intensiver mit der ganzen Thematik auseinanderzusetzen und viel darüber zu lesen bzw. dich mit anderen hochsensiblen Menschen auszutauschen. Du bist noch so jung und es ist ein großer großer Gewinn, dass du jetzt schon spürst und weißt, dass du hochsensibel bist. Wenn du DAS weißt, hast du auch eine richtig gute Chance, dein Leben so einzurichten, dass es für dich passt und du mit den positiven als auch negativen Seiten dieses Wesenszuges gut umgehen kannst. Ich bin gerade dabei, eine Artikelreihe über Hochsensibilität zu erstellen. Den Anfang macht der Blogartikel "Hochsensibilität - was ist das?" Darin führe ich auf, wie du mit deiner Hochsensibilität umgehen lernst und wo du dich intensiver darüber informieren kannst ( http://www.meinweg-deinweg.de/blog/item/hochsensibilitaet-was-ist-das-artikelreihe-teil-1.html). In weiteren Artikeln zeige ich dir, wie du dich gut abgrenzen kannst wenn dir etwas zuviel ist. Ich möchte dir auch raten, dich z.B. auf Facebook einer Gruppe anzuschließen, die es für Hochsensible gibt. Da wirst du dich gut mit anderen austauschen können und fühlst dich nicht mehr so alleine in deiner Situation. Weiterhin empfehle ich dir die Plattform "Zart besaitet" ( https://www.zartbesaitet.net/) - dort findest du ganz viel fundierte Infos über das Thema Hochsensibilität. Wenn du magst, kannst du auch gerne bei mir auf der Seite regelmäßig vorbeischauen. Ich poste hier nach und nach ausführlich Artikel, in denen du dich sicherlich wiederfinden wirst und Unterstützung erfährst. Grundsätzlich möchte ich dir aber gerne noch sagen: Es gibt nicht DEN Hochsensiblen. Jeder Hochsensible ist anders und braucht demnach etwas anderes. Deine Aufgabe ist es, für dich persönlich herauszufinden, was dir gut tut und was nicht bzw. welche Wege dir helfen, abzuschalten. Der Weg dorthin ist die intensive Auseinandersetzung mit dir selbst und das Ausprobieren bzw. nicht entmutigen lassen. Und vergiß dabei bitte nie: Du bist wunderbar. Und zwar genauso, wie du bist. Alles Liebe, deine Nicole

        antworten

    • Ariane Schröder

      Ariane Schröder

      12 März 2018 um 19:00 |
      Hallo Nicole,
      ich bin gerade 30 geworden und stehe mal wieder vor einem Jobwechsel.

      Ich hab nach der mittleren Reife eine Ausbildung zur Physiotherapeutin gemacht und dann 5 Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mit dem stressigen Arbeitsablauf nicht mehr gut zurecht komme. Anfangs habe ich es für eine launische Phase gehalten (die hat man ja schon mal). Leider veränderte sich dieser Zustand auch nach einem Praxiswechsel nicht. Nach der Arbeit habe ich mich kraftlos und leer gefühlt. Häufig habe ich das ganze Wochenende zu Hause im Bett oder auf dem Sofa verbracht um mich irgendwie zu regenerieren.

      2014 habe ich dann eine zweite Ausbildung zur Kauffrau für audiovisuelle Medien angefangen und 2016 erfolgreich beendet. Nachdem ich ein Jahr als Assistentin eines sehr cholerischen Chefs gearbeitet habe, habe ich es nicht mehr ausgehalten.

      Momentan bin ich mal wieder auf der jobsuche. Dabei habe ich mir wie du auch schon für deinen eigenen Weg festgestellt hast ein paar Regeln aufgestellt: Teilzeitjob, möglichst wenig Druck, viel Freizeitausgleich und nebenbei habe ich meinen Blog auf dem ich meine kreative Seite ausleben kann.

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        12 März 2018 um 20:09 |
        Liebe Ariane,

        ich kann dir das so gut nachfühlen, denn mir ging es jahrzehntelang genauso. Das ist kein einfacher Weg. So manches Mal zweifelt man auch an sich selbst. Doch ich denke, du bist auf der richtigen Spur. Ich glaube, wenn man erstmal geschnallt hat, welche Rahmenbedingungen man persönlich braucht, um gut durchs Leben gehen zu können dann wird man seine passende Lebensform mit der Zeit auch finden. Klar ist es oft ein Rumprobieren aber hey, warum nicht? Du bist ein junger Mensch und DARFST das! Wichtig ist meiner Meinung nach "nur", sich nicht zu sehr vom Mainstream beeinflussen zu lassen und seinen eigenen WEg zu finden. Du hast bereits einige sehr gute Marker für dich festgesteckt, die es dir ermöglichen werden, langfristig gemäß deinen Veranlagungen, Fähigkeiten und Wünschen zu leben. Ich bin ganz sicher: Wenn du dieser Spur und deiner Intuition weiter folgst wirst du ein Leben führen, das dich erfüllt und nicht überfordert. Ich wünsche es dir sehr! Eines gebe ich dir noch mit: Vertraue auf dich und lass dich nicht entmutigen! Du musst nicht den Erwartungen anderer oder denen der Gesellschaft entsprechen. Du musst DEINEN Erwartungen und persönlichen Werten entsprechen. Dann kannst du wirklich nichts falsch machen. Alles Liebe für dich, Nicole

        antworten

    • Ariane Schröder

      Ariane Schröder

      12 März 2018 um 20:49 |
      Ja die Konfrontation mit den Erwartungen von andern Personen aus meinem Umfeld ist immer noch ziemlich schwer für mich. Man möchte ja auch niemand vor den Kopf stoßen, gerade wenn die eigenen Bedürfnisse in eine ganz andere Richtung gehen.

      Inzwischen weiß ich aber ganz gut an welchen Punkten ich noch arbeiten kann und muss.

      Schritt für schritt geht es voran.

      Danke für deine lieben Worte. Es ist gut zu wissen das man nicht alleine ist.

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        13 März 2018 um 15:05 |
        Bist du nicht liebe Ariane. Definitiv nicht ;)

        LG Nicole

        antworten

    • Henrietta

      Henrietta

      29 April 2018 um 13:10 |
      Hallo Nicole, auch ich kann mich darin wiederfinden; aber was tun, wenn man über fünzig ist und auf jeden fall noch sehr viel für die Rente sparen muss. Da kann man meiner Meinung nach auch den schlimmsten Grossraum ncith so einfach aufgeben. Ein festes Gehalt ist immer noch weniger stressig, als Arbeitslosigkeit....was meint Ihr?

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        29 April 2018 um 18:42 |
        Liebe Henrietta,

        danke für deinen Kommentar. Du hast Recht, über fünfzig einen guten neuen Job finden ist eine echte Herausforderung. Trotzdem spricht nichts dagegen, zeitgleich die Augen immer offen zu halten und wenn sich eine passende Gelegenheit ergibt, zuzuschlagen. Ansonsten hast du nur die Möglichkeit, dir den Job - soweit es geht - so einzurichten, dass du weniger gestresst bist (z.B. früher anfangen, im Arbeitsablauf kurze Auszeiten einrichten, Entspannungsübungen machen, die Pause im Freien und für dich verbringen, viel trinken usw.). Oder aber du reduzierst deine Arbeitszeit und suchst dir dafür einen Nebenjob, der dir besser gefällt. Für mich war das vor einigen Jahren DIE Exit-Option als dem stressigen Vollzeitangestelltenhamsterrad. Auf jedem Fall wünsche jedem, der in einer ähnlichen Situation steckt die passende Entscheidung. Eine Pauschallösung gibt es da leider nicht. Viele Grüße! Nicole

        antworten

    • Anonym

      Anonym

      05 Juni 2018 um 21:49 |
      Hallo ich habe auch Schwierigkeiten einen passenden Beruf zu finden wekche Berufe sind denn für hochsensible geeignet?

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        06 Juni 2018 um 08:30 |
        Hey,

        leider gibt es da keine pauschale Empfehlung, weil jeder hochsensible Mensch anders ist. Frage dich am besten: Was interessiert mich (ein Themengebiet oder viele unterschiedliche)? Bin ich kreativ oder eher rational veranlagt? Stehe ich gerne im Mittelpunkt oder arbeite lieber zurückgezogen für mich alleine? Möchte ich einen helfenden Beruf? Liebe ich praktische Arbeit oder gehe ich die Dinge lieber theoretisch an? Deine Aufgabe ist es, erstmal zu ergründen, wie du WIE du veranlagt bist (extrovertiert/Introvertiert/Interessen) und deinen Beruf dann dementsprechend anzupassen. Konkrete berufliche Vorschläge findest du übrigens im Buch von Silvia Harke "Hochsensibel ist mehr als zartbesaitet - die 100 häufigsten Fragen und Antworten." Vielleicht ist das ja was für dich? Viel Erfolg! LG

        antworten

    • Anonym

      Anonym

      28 Juni 2018 um 17:03 |
      Mit jetzt fast 49 habe ich vor ein paar Tagen einen Namen für das gefunden was ich von Geburt an bin: HSP und Scanner.
      Es hat mir bisher nichts ausgemacht "anders" zu sein, weil ich intuitiv bisher ausgleichen konnte, was mich belastet hat.
      Weil ich das aus familieren und finanziellen Gründen nicht mehr konnte, bin ich am Mobbing und Unverständnis der Chefs und Kollegen fast zerbrochen und musste kündigen.
      Jetzt hat das "Kind" einen Namen und ich weiß, dass ich "ein Adler unter Hühnern" bin.
      11 Monate Dauerstress, Mobbing, Leistungsdruck und Unverständnis haben noch nicht vernarbte Wunden hinterlassen.
      Auf der Suche nach Tips für die Jobsuche für HSPler bin ich hier gelandet. (Ob ich mit meinem Lebenslauf mit 49 noch mal was adäquates finde sei dahin gestellt.)
      DANKE für diese Seiten.
      Und DANKE für das Wissen, nicht allein zu sein.

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        28 Juni 2018 um 17:05 |
        Hey,

        vielen Dank für deine Worte. Ich fühle mit dir und ich kann mir vorstellen, dass dich das Erfahrene viele Nerven gekostet hat. Ich glaube, uns hochsensible Scanner können nur hochsensible Scanner richtig verstehen aber gerade deswegen mache ich diese Website. Damit die Betroffenen erkennen: "Ich bin nicht alleine". Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Energie - und natürlich, dass du etwas findest, das deiner Natur entspricht und dir gefällt, ohne dich zu überfordern. Alles Liebe, Nicole

        antworten

      • Anonym

        Anonym

        28 Juni 2018 um 17:08 |
        Hallo,

        "ERKENNE DICH SELBST". Wenn man weiß, wer man ist, fällt es leichter zu sich zu stehen! "Du bist zu sensibel." "Stell Dich nicht so an." "Spinner." "Andere können das auch." "Du bist nicht belastbar." "Heul nicht immer sofort los."

        Aussagen, die bestimmt nicht nur ich von klein an kenne. Das schüchterne, zurückhaltende menschliche Wesen, das anders versteht, mehr sieht und denkt, der Aussenseiter: von klein an bis jetzt! Jetzt - das ist ein halbes Jahrhundert. Heute gibt es das WWW, Google und Wikipedia. Und die Wissenschaft ist weiter. Das "Erkenne Dich Selbst." ist leichter geworden. Und es gibt eine weitere Erkenntnis: ICH BIN NICHT ALLEINE!

        Der goldene Käfig der Gesellschaft, ob Schule, Job, Mutter sein, Stress... Immer schneller, immer effizienter, IMMER ANGEPASSTER!... ...UND DANN VERSTÄNDNIS! Auch wenn mir alles elektrische wegen der gefühlten Schwingung nicht wirklich gut tut. VERSTÄNDNIS TUT SOOOOO GUT! Was kann ich von MEINEM WEG als Denkanstoss mitgeben?

        Habt Mut, lasst Euch nicht verbiegen! Bleibt in Eurem Fluss. Vertraut Eurer Intuition. Bleibt kreativ! Gönnt Euch Eure Pausen! Und wenn es Euch dazu drängt, begebt Euch auf die Suche nach dem Sinn des Lebens, auf die Suche nach den Dingen zwischen Himmel und Erde! Fühlst Du Dich eins mit der Natur? Lass Dich darauf ein. ALLES IST SCHWINGUNG IN VERBINDUNG MIT PHYSIK, CHEMIE USW. Das ist nichts ungewöhnliches.

        Anders zu sein ist eine GABE! Das Leben ist eine Gradwanderung. Und niemand hat gesagt, das das Leben leicht ist. Auffällig ist, das pagane indigene Völker schon immer im Einklang mit der Natur leben. Sie treten mit der Natur in Kontakt und kennen die Apotheke von Mutter Erde. Das was wir Zivilisation nennen, macht sie krank! Die Kelten waren auch so ein Volk. Und die waren in Europa ansässig. Sind wir HSPler wirklich anders oder haben wir uns nur die alte Gabe bewahrt? Hat die Industrialisierung und die Obrigkeit die "Mehrheit" verdummt? Und jetzt die Digitalisierung! Für die Kommunikation ein Segen, aber ansonsten die nächste Stufe der Verdummung? Vielleicht ist ein Rückschritt der wahre Fortschritt! (nur so ein Gedankengang) "Niemand weiß, wie der Würfel fällt und nichts geschieht durch ZU-FALL in der Welt." (Juliane Werding) Die GABE fällt uns zu!

        Mein Ausgleich war, ist und bleibt die Natur, Mutter Erde, Spiritualität. Aber auch die Wissenschaften. ALCHEMIE im klassischen Sinne: Gleiches zieht Ungleiches an! Aber auch Gleiches zieht Gleiches an! (kosmische Gesetze) DAS IST MEIN WEG! WAS IST DEIN WEG? ERKENNE DICH SELBST! P.S.: Zur Zeit kuriere ich meine Seele, da ich mit den immer kostenoptimierteren und digitalisierten Arbeitsbedingungen an meinem Ex-Arbeitsplatz nicht mehr zu recht kam. HSP eben. Das gehört dazu. Aber ich schäme mich für nichts! Lebt Euer Leben und bleibt stark. Ich wünsche Euch ganz viel Kraft!"

        antworten

        • Nicole

          Nicole

          28 Juni 2018 um 17:10 |
          Hey,

          vielen Dank für diese Worte und DANKE für deine Erfahrungen. Ich bin sicher, viele HSP profitieren davon und lassen sich deine Worte durch den Kopf gehen.

          LG Nicole

          antworten

    • Sebastian

      Sebastian

      16 Juli 2018 um 09:48 |
      Hallo,
      In vielem von dem was hier beschrieben wurde erkenne ich mich sehr gut wieder. Ich habe verschiedene betriebliche Ausbildungen angefangen und abgebrochen, bis ich eine schulische Ausbildung zum Fremdsprachenkorrespondent zufrieden und mit guten Noten abschloss. In der Arbeit kamen dann aber wieder die Probleme: Ich wäre zu langsam, zu viele Fehler ich komme zu wenig aus mir raus, waren die Kritikpunkte die ich nur allzu gut kannte. Ich fühlte mich auch noch NIE in einem Betrieb wohl. Bin im Moment arbeitslos und auch nicht sehr motiviert mir was zu suchen, lieber gehe ich spazieren oder treibe Sport, und bin politisch aktiv. Aber es muss weiter gehen! Die frage ist wo gibt es noch nette Chefs, ein ruhiges Arbeitsumfeld, kreative Entfaltung. Ich bin das Nachdenken langsam satt aber genauso satt habe ich Zeitdruck und schlechte Atmosphäre auf der Arbeit.. und frage mich wie es weiter geht...

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        16 Juli 2018 um 20:15 |
        Lieber Sebastian,

        vielen Dank für deinen Kommentar. Ich kann dir das sehr gut nachfühlen und kenne das Gefühl, frustriert zu sein, weil man einfach nicht DAS findet und immer wieder irgendwelche Probleme auftauchen. Trotzdem will ich dich ermutigen, nicht aufzugeben. Was mir schließlich geholfen hat: Sich VORHER überlegen, was will ich überhaupt (Welcher Arbeitsbereich, Welche Tätigkeit, Arbeitszeit: Vollzeit/reduzierte Arbeitszeit/Selbständigkeit/Splitten von Teilzeit und Selbständigkeit) und was ist im Job für mich ein absolutes No Go (Chef sitzt einem im Nacken, Großraumbüro, sterile Arbeitsumgebung, Multitasking, Zeitdruck usw.) und dann eine entsprechende Stelle suchen. Ich würde auch nie mehr einen Job beginnen, ohne vorher nicht zur Probe gearbeitet zu haben. Man bekommt dann nämlich sehr schnell ein Gefühl dafür, ob man sich das längerfristig vorstellen kann oder nicht. Oder aber du machst während der Zeit deiner Arbeitslosigkeit ein kostenloses Praktikum und schnupperst mal in einen Bereich rein, der dich interessieren würde? Ich wünsche dir Glück, Energie und vor allem, dass du etwas Passendes für dich findest.

        antworten

    • Andrea

      Andrea

      27 Oktober 2018 um 10:05 |
      Liebe Nicole,

      ich bin 26 und arbeite seit drei Jahren im Jugendamt. Das erste Jahr war für mich (als Berufsanfängerin) ein echter Kampf, da ich jedes Gespräch und jede Situation so empfunden habe, als würde ich erneut ins kalte Wasser springen. Mittlerweile trete ich selbstbewusst auf und habe, sofern es für eine Mitarbeiterin im Jugendamt möglich ist, einen guten Kontakt zu vielen Klienten. Jetzt, wo ich endlich an einem Punkt angelangt bin, an dem mir die Arbeitsabläufe sehr klar sind und ich in meinem Team Anerkennung bekomme, hätte ich gedacht, dass mir der Job leichter fallen würde. Allerdings wird es nicht leichter, eher im Gegenteil. Meine Vorgesetzten sind zwar sehr zufrieden mit meiner Arbeit und möchten mich nicht als Mitarbeiterin verlieren, da ich gewissenhaft arbeite und ein gutes Gespür für Familien habe.
      Mir ist es aber alles zu viel! Die Anzahl an Personen, in die ich mich an einem Tag hineinversetze, saugt mir Kraft, die ich an einem Feierabend nicht wieder aufladen kann. Nach deinem Artikel ist mir bewusst geworden, dass auch viele Rahmenbedingungen in diesem Job nicht zu mir passen. Die Fallanzahl, die Größe des Teams, die gewaltigen Emotionen von Klienten - und Kollegen -, das Gefühl der Verantwortung, der Druck vom sparsamen Bürgermeister, die liebenswürdige, aber chaotische und extrem laute Büropartnerin..... Ich denke zu oft, dass ich kurz vor dem Zusammenbruch stehe.
      Ich habe mir vorgenommen, einen neuen Job zu suchen und bin dankbar für die Tipps in deinem Artikel. Ich hätte auch Lust auf eine Beraterausbildung und kann mir vorstellen, dass mir diese Arbeit in einem freiwilligen Kontext liegen würde. Es ist nur etwas absurd, dass eine meiner größten Stärken mich gleichzeitig so kaputt macht. Ich muss noch üben, mich von den Gefühlen meines Gegenüber abzuschirmen und trotzdem empathisch zu bleiben. Kann man das denn überhaupt lernen? Oder soll ich mich lieber in eine Richtung bewegen, bei der ich weniger mit unzufriedene und besorgte Menschen zu tun habe?
      Danke für den Artikel und liebe Grüße :)

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        27 Oktober 2018 um 13:52 |
        Liebe Andrea,

        herzlichen Dank für deinen Kommentar und erst einmal großen Respekt vor deiner Arbeit im Jugendamt! Ich kenne sehr viele normalsensible Pädagogen, die von den Anforderungen und der Verantwortung ebenfalls geschlaucht sind, wie muss es dir erst als Hochsensible ergehen? Und trotzdem bekommst du so gute Rückmeldungen und man will nicht auf dich verzichten. Das darf dich mit großem Stolz erfüllen. Trotzdem solltest du gerade in diesem Job sehr gut auf dich achten, denn wenn du irgendwann selbst leer bist, kannst du auch niemandem anderen mehr helfen. Im schlimmsten Fall brauchst du sogar selbst Hilfe. Eine gesunde Abgrenzung ist hier sehr wichtig. Ja, Abgrenzung kann man lernen, das aber erfordert ein hohes Maß an Selbstzentriertheit und Selbstwahrnehmung. Ich möchte dir hier ein sehr gutes Buch empfehlen, das genau dazu viele Tipps gibt. Es ist von Rolf Sellin und heißt: "Wenn die Haut zu dünn ist". Was ich mir spontan gedacht habe, als ich deinen Kommentar gelesen habe, war das: Ist es finanziell für dich nicht vielleicht möglich, deine Arbeitszeit etwas zu reduzieren und dir damit mehr Auszeiten zum Runterkommen und Entspannen zu verschaffen? Oder aber, dass du im Jugendamt auf eine Stelle wechselst, an der du nicht so an "vorderster Front" stehst und eher im organisatorischen Bereich agierst? Ich war vor einigen Jahren in einer ähnlichen Situation wie du, nur an anderer Stelle. Meine Lösung damals: Auf 30 Stunden reduzieren und nebenbei eine Zusatzausbildung absolvieren, auf die ich große Lust hatte. Die 30 Stunden teilte ich mir dann in Absprache mit dem Arbeitgeber so ein, wie es mir - auch im Sinne von Pausen und Ruhephasen - guttat. Das war - obwohl ich das gar nicht so geplant hatte - der Startschuss für eine berufliche Neuorienterung, die mich deutlich weniger belastete. Vielleicht ist das ja ebenfalls etwas für dich? Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück und ein gutes Intuitionsvermögen für deine Entscheidung, wie es weitergeht. LG Nicole

        antworten

    • Elli

      Elli

      21 November 2018 um 08:38 |
      Ich saß gerade da...ratlos ...mutlos...und hin und her in den Gedanken , ob ich mich heute wieder zur Arbeit quäle oder nicht.Der Umgangston der Mitarbeiter gegenüber den Kunden und mir verunsichert mich Tag für Tag, habe aber nicht den Mut zu kündigen...meine Chefs sind nett und außerdem bin ich noch in der Probezeit.
      Die Gesellschaft erwartet durchalten und ausharren.Sonst gilt man als Schwächling...
      Ich bin auf Ihre Website gestoßen und es ist ein Segen für mich ....Sie sprechen mir aus der Seele....DANKESCHÖN

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        21 November 2018 um 11:48 |
        Liebe Elli,

        vielen herzlichen Dank für deinen Kommentar. Ich glaube, mit deinem Empfinden bist du nicht alleine, vielen Menschen geht es so wie dir. Ich denke, solange du noch etwas an deiner Arbeit findest, das dich motiviert ist es sicher sinnvoll, nicht gleich das Handtuch zu werfen. Trotzdem rate ich dir, gut auf dich aufzupassen, denn wenn du dich nur noch in die Arbeit quälst ist die Gefahr groß, dass du irgendwann (seelisch und/oder körperlich) ausbrennst. Damit dienst du dir oder der Gesellschaft leider noch viel weniger... Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Kraft für deinen Weg und alles Liebe!! Nicole

        antworten

    • Rene

      Rene

      20 März 2019 um 15:34 |
      Hallo,
      vielen Dank für deinen Beitrag auf deinem Blog. Ich bin auch ein Scanner und HSP. :-) Wenn ich meinem Umfeld davon berichte, lacht man mich aus und es heißt immer nur "wieder so ein Modeding". Jedenfalls stecke ich gerade beruflich total in einer Sackgasse. Gibt es hier detaillierte Job-Ideen, wo Menschen mit unseren Begabungen gut aufgehoben sind? Gibt es auch spezielle Jobbörsen? Dort wo ich bislang schaute, tauchen immer nur Vertriebsjobs auf, was ja so gar nicht meins ist. Danke :-)

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        20 März 2019 um 17:16 |
        Lieber Rene,

        vielen Dank für deinen Kommentar. Ha, von wegen "Modeding" aber gut, diese Vorurteile werden uns HSPs und Scannern sicherlich öfters begegnen. Spezielle Jobbörsen sind mir leider nicht bekannt und mit den detaillierte Job-Ideen ist es auch schwierig, weil jeder Scanner und HSP andere Vorerfahrungen, Interessen und Vorlieben hat. Das macht es so schwer, DEN Job zu empfehlen. Was ich dir trotzdem rate: Mache dir Gedanken darüber, was du besonders gerne machst, wobei du dich gut fühlst und wofür du brennst. Welcher rote Faden zieht sich immer schon durch dein Leben? Oder aber wechseln deine Interessen stetig? Im Idealfall finden wir Scanner einen Job, der mehrere unterschiedliche Interessen und Vorerfahrungen vereint. Ein Beispiel: Wenn du als Journalist arbeitest und gerne schreibst, hast du dieses Interesse in deinem Beruf schon untergebracht. Gleichzeitig magst du dich aber vielleicht auch gerne immer wieder in neue Themen einarbeiten - als Journalist wirst du immer wieder mit Neuem in Berührung kommen. Darüber hinaus hast du vielleicht gerne Kontakt zu Menschen - als Journalist führst du Interviews und erstellst Reportagen in Zusammenarbeit mit den Interviewpartnern. Drei Vorlieben mit einer beruflichen Klappe geschlagen. Das ist nur EIN Beispiel, wie es laufen kann. Ich hoffe, meine Antwort hilft dir weiter. Viel Erfolg!! LG Nicole

        antworten

    • Annika

      Annika

      28 März 2019 um 00:11 |
      Ich bin so froh deine Seite gefunden zu haben. Ich kann mich zu 100% mit dem von dir beschriebenen identifizieren. Dass ich hochsensibel bin habe ich mir nach ausgiebiger Recherche bereits gedacht, aber dass es auch den Begriff "Scanner" gibt war mir nicht klar, aber er beschreibt mich vollkommen.
      Nach meinem Abi habe zwei Studiengänge angefangen, weil ich sie interessant fand, aber mit denen ich nicht sicher war wirklich auch einen Job bekommen zu können (Germanistik->Lektor; Farbgestaltung&Design-> Innenraumausstatter). Deshalb brach ich diese nach 2-3 Semestern schließlich ab. Anschließend fing eine Ausbildung zur Ergotherapeutin an, die ich auch mit guten Noten abschloss. Die Ausbildung war super, ich lernte viel aus verschiedenen, interessanten Bereichen (Anatomie\Pathologie, Psychologie, Pädagogik etc.), jedoch musste ich später im Beruf feststellen, dass der Berufsalltag leider so gar nicht zu mir und meinen Bedürfnissen passt. Die Konsequenz daraus, ich fing eine neue Ausbildung an, die ich jedoch aufgrund schlechtem Betriebsklima sehr schnell wieder abbrach. Und nun habe ich einen Job im Sanitätsfachhaus, der mich an den Rand meiner Kräfte und Nerven bringt... Ich bin 29 Jahre alt und habe nichts wirklich erreicht und stehe nicht so fest im Berufsleben, wie die meisten meiner Freunde... .. . Wie es nun weiter gehen soll mit mir... Keine Ahnung...
      Ich bin echt verzweifelt und weiß nicht, wie es weiter gehen soll. Ich frage mich, ob ich überhaupt für irgendeinen Beruf geschaffen bin.
      Wie hast du es geschafft, dir einen Überblick über deine Schwächen und Ängste zu verschaffen und vielleicht auch darin deine Stärken zu finden? Oder dich zumindest so zu akzeptieren, wie du bist? Hast du eine Therapie gemacht oder ein besonderes Coaching oder eine Selbsthilfegruppe gehabt?
      Ich finde es momentan sehr schwierig, mich nicht total verkorkst und unfähig zu fühlen...

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        28 März 2019 um 08:15 |
        Liebe Annika,

        vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich, dass du dich mit dem was ich schreibe, identifizieren kannst. Dass du ähnliche Probleme hast, ist natürlich nicht so schön aber ich bin positiv gestimmt, dass du diese in den Griff bekommst. Das „Problem“ bei Scannern ist, dass sie so viele Interessen haben, die es schwermachen, sie alle in einem Job unterzubringen. Dazu noch die Hochsensibilität, die besondere Rahmenbedingungen braucht, um im Joballtag gut zu gedeihen. Für mich war der Weg zunächst, überhaupt zu wissen, was „Scanner“ und „Hochsensibilität“ bedeutet, d.h. zu erkennen, dass es für Scanner „normal“ ist, viele wechselnde Interessen zu haben und nichts Schlechtes. Es ist nur anders und in unserer heutigen Berufswelt leider nicht so gerne gesehen. Auch bringt Hochsensibilität mit sich, dass du viele Stärken hast, die du wunderbar einsetzen kannst aber auch so einiges, was dich herausfordern wird. Der Punkt ist: Du musst dahin kommen, dich so akzeptieren wie du bist und deinen Frieden mit dir machen. Das schaffst du, indem du dich selbst als Person näher beleuchtest und herausfindest, was du magst und was zu dir passt. Mache dich frei davon, was man in der Gesellschaft zu tun hat, stattdessen suche deinen eigenen Weg. Gehe dazu in die Stille mit dir selbst, schaffe dir Auszeiten, höre auf deine Inspiration. Ein besonderes Coaching ist mir nicht bekannt, bei mir lief alles über Selbstcoaching und Lernen durch praktische Erfahrung. Was auch sehr wichtig ist, ist deine eigene Intuition und die Frage: Wie fühle ich mich, wenn ich das und das tue. Wo geht mir das Herz auf? Was habe ich immer schon gerne gemacht? Das Gute am Scanner: All die Erfahrungen, die du gemacht hast, sind ja nicht verloren – im Gegenteil, sie machen dich reicher und du wirst sie irgendwann wieder einsetzen können. Ich versuche, all das in meinen Blogartikeln den Lesern mitzugeben. Genauso habe ich genau über das Thema Feinfühligkeit und Beruf in Einklang bringen mittlerweile ein Buch geschrieben - kommt im Oktober dieses Jahres auf dem Markt und beinhaltet Vorschläge für einen guten Weg im Beruf. Bis dahin empfehle ich dir, dich über andere Bücher schlau zu machen z.B. „Hochsensibel ist mehr als zartbesaitet“ von Silvia Harke, „Kurswechsel im Beruf“ von Monika Birner, „Die Berufung für Hochsensible“ von Luca Rohleder oder „Hochsensible im Beruf“ von Brigitte Schorr. In Bezug auf den beruflichen Weg hat es mir z.B. gut geholfen, bevor ich einen neuen Job angetreten habe, ein kurzes Praktikum zu machen. Da merkst du meistens schon, ob du mit der Arbeit und den Kollegen kannst. Genauso kannst du z.B. deine Arbeitszeit reduzieren und nebenbei ein Kleinunternehmen gründen, in dem du dich risikofrei auf deinem Interessengebiet ausprobierst – die Selbständigkeit ist nicht nur für Hochsensible oft besser geeignet als ein Angestelltenverhältnis. Das sind aber alles nur Vorschläge. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg und bin sicher, du wirst deinen persönlichen Weg finden! LG Nicole

        antworten

    • Max

      Max

      28 März 2019 um 13:00 |
      Hallo, ich bin ebenfalls hochsensibel (das weiß ich seit gut 4 Monaten) und womöglich Scanner, zumindest würde das erheblich Sinn ergeben. Der Artikel hat mir das Gefühl gegeben zur Abwechslung mal verstanden zu werden, vielen Dank!

      Ich habe zur Zeit sehr große Schwierigkeiten, um die Runden zu kommen.
      Ich bin 20 Jahre alt und bin derzeit ohne Studium oder Arbeit, geschweige denn Unterstützung von außen. Ich musste aus meinem bisherigen Umfeld raus und bin jetzt schon zum zweiten Mal weggezogen, zuhause kann ich nicht bleiben und meine Schulfreunde von "damals" sind mir irgendwie fremd geworden, oder ich fühle mich selbst fremd, bzw. nicht dazugehörig und unverstanden. Ich fühle mich wie eine Art einsamer Nomade, der umherzieht. Und ich will nun am liebsten (nach schon einer Woche) direkt wieder ganz woanders hinziehen, hier fühle ich mich ebenfalls unwohl (habe mich aber an die neue Situation gewöhnt....) Ich habe zur Zeit noch keine Arbeit, werde mir aber eine suchen müssen, um zu überleben. Leider habe ich aber eben noch keine Ausbildung oder eine Qualifikation um in angenehmen Jobs zu arbeiten und Zeitarbeit hat schonmal zum (emotionalen) Zusammenbruch bei mir geführt. Ich komme da (in den Bereichen) einfach nicht klar (was niemand versteht, keiner sieht/versteht da ein Problem und ich könnte es als Übergang sehen und es einfach des Geldes wegen tun, aber das klappte schonmal nicht und auch da bin ich im Wochentakt von Stelle zu Stelle gewechselt). Ich habe deshalb quasi schon Panik, das wieder zu tun und weiß aber nicht, wo ich sonst hingehen soll, das Geld geht mir in spätestens 2 Monaten aus. Ich muss aber noch mindestens 6 Monate überleben, da ich erst dann (hoffentlich) Psychologie studieren kann. Zurück nach Hause ist keine Option und nochmal umziehen kann ich aber auch schwer ohne Job und Geld...
      Auf Kosten staatlicher Unterstützung für diese Zeit zu leben ist ein Gedanke, der mir kam, aber wie soll man den Leuten dort erklären, dass man in den derzeit für mich nur möglichen, geldbringenden Jobs "nicht arbeiten will"? Gibt es da eine Möglichkeit?

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        28 März 2019 um 15:33 |
        Lieber Max,

        vielen Dank für deinen Kommentar. Aus deiner Mail klingt viel Verzweiflung und ich kann mir in etwa vorstellen, wie es dir gerade geht. Staatliche Unterstützung ist meiner Ansicht nach immer die letzte Möglichkeit, wenn es gar nicht mehr geht und dann werden die Behörden natürlich versuchen, dir schnellstmöglich eine Arbeit zu vermitteln, um wieder in Lohn und Brot zu kommen. Ob das so sinnvoll für dich ist, ist die Frage. Gibt es denn irgendeinen Job, den du dir vorstellen kannst zu machen, der dich nicht so arg stresst? Ich vermute, im Moment geht es bei dir nicht darum, DIE Berufung zu finden sondern erst einmal die Zeit bis zum Studium mit einer Arbeit zu überbrücken, die du gut machen kannst. Gehe hier mal in dich und überlege, ob es so eine Tätigkeit gibt. Vielleicht kannst du deine Fixkosten ja reduzieren und erst einmal eine Tätigkeit annehmen, die nicht auf Vollzeitbasis ausgelegt ist? Trotzdem müssen auch hier die Rahmenbedingungen passen, deswegen schlage ich dir vor, aktiv Firmen anzusprechen die du dir als Arbeitgeber vorstellen kannst und bevor du dort anfängst, tatsächlich z.B. stundenweise auf Probe zu arbeiten. Dann merkst du sehr schnell, ob die Tätigkeit und die Menschen zu dir passen.
        Da du schon einen emotionalen Zusammenbruch hattest und dich von deinem Umfeld zurückziehst, stellt sich mir auch die Frage, ob du nicht die Unterstützung eines einfühlsamen Therapeuten in Anspruch nehmen könntest, der dir hilft, deinen Weg zu finden. Sensibilität an sich ist natürlich keine Krankheit und hat ihre guten und schlechten Seiten, wenn jedoch das Leben längerfristig nur noch Belastung ist, sich dieses Empfinden auf persönliche Beziehungen und die eigene Leistungsfähigkeit deutlich negativ auswirkt, kann möglicherweise auch eine Krankheit dahinter stecken. Erste Anlaufstelle ist hier der Hausarzt, der dich an geeignete Stellen überweist. Ich hoffe, du kannst aus meiner Antwort etwas für dich mitnehmen. Alles Gute für dich! LG Nicole

        antworten

        • Max

          Max

          29 März 2019 um 09:16 |
          Vielen Dank, das hat mich wieder neu motiviert und sehr geholfen :)

          antworten

          • Nicole

            Nicole

            29 März 2019 um 15:18 |
            Sehr gerne lieber Max. Nicht aufgeben! Du bist noch so jung und hast den großen Bonus, jetzt schon einschätzen zu können, wie du tickst. Das erreichen viele Menschen erst im fortgeschrittenen Alter ;) LG

            antworten

    • Jennifer

      Jennifer

      02 April 2019 um 02:58 |
      Hallo Nicole,

      vielen Dank für deinen Beitrag, in dem ich mich auch selber wiedererkenne. Leider habe ich mich wohl zu lange angepasst und habe nun mit 41 die Quittung dafür bekommen. Mein Körper und mein Geist haben mir deutlich klar gemacht, dass es so nicht weitergehen kann. Es fing alles mit einem Jobwechsel Anfang des Jahres an. Im Laufe der letzten Wochen ist mir klar geworden, dass ich das, was ich gelernt habe und beruflich seit 20 Jahren ausübe eigentlich gar nicht machen möchte. Mein Körper hat sich gesträubt morgens ins Büro zu fahren, ich habe nichts mehr auf die Reihe bekommen und mein Kopf war wie leer gefegt. Je mehr ich mir gesagt habe: stell dich nicht so an, du musst das durchziehen, du kannst das doch alles, die neuen Kolleginnen verlassen sich auf dich...desto schlimmer wurde es.

      Ich habe mir dann endlich eingestanden, dass es so nicht mehr geht und mich die momentane Situation einfach krank macht. Es war und ist nicht leicht, weil ich das Gefühl des Versagens habe. Aber, ich habe mich dazu entschlossen zum Arzt zu gehen und mir auch professionelle Hilfe zu holen. Richtig glücklich bin ich schon sehr lange nicht mehr. Doch ich habe auch das Glück einen Freund zu haben, der mich unterstützt und mir gerade jetzt so viel Halt gibt. Ich muss auch sagen, seitdem ich es offen ausgesprochen habe, dass ich diesen Job gar nicht mehr machen möchte und ich auch meinen Arzt um Hilfe gebeten habe, ist schon eine große Last abgefallen. Jetzt versuche ich herauszufinden was ich überhaupt machen möchte. Es wird sicher nicht leicht sein und ich habe auch große Angst aber, die Gesundheit geht vor und ich möchte endlich wieder ich selbst sein und glücklich.

      Lieben Gruß
      Jennifer

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        02 April 2019 um 15:19 |
        Liebe Jennifer,

        herzlichen Dank für diese persönlichen Worte. Da hast du einen ganz schön anstrengenden Weg hinter dir. Ich bewundere dich aber dafür, dass du deine Gesundheit an vorderste Front rückst und dein lobenswertes Pflichtgefühl mal hinten anstellst. Weißt du, es nützt auch deinem Arbeitgeber nichts, wenn es dir in und mit der Arbeit nicht gut geht. Da kann auch niemand etwas dafür. Hut ab, dass du dir Hilfe geholt, sehr viel reflektiert und erkannt hast, dass du einen neuen Weg einschlagen willst. Ich möchte dich darin bestärken. Sicherlich ist es nicht leicht, durch diese Krise und Phase des Wandels zu gehen aber es ist auch eine großartige Chance, ein Leben zu führen, das die schönste Version von dir zum Vorschein bringt. Es ist wie ein Pflänzchen, das jetzt durch die Erde bricht und von dir gehegt und gepflegt werden will, damit es erblühen kann. Gib dir bitte Zeit, vertraue deiner Intention und versuche offen zu sein, für das was kommt. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute für deinen Weg. LG Nicole

        antworten

    • Susanne

      Susanne

      12 Juni 2019 um 15:49 |
      Hallo! Sehr schöner ausführlicher Artikel. Auf diese Schlüsse bin ich inzwischen auch gekommen, aber win soll man eine solche Arbeitsstelle finden? Davon abgesehen dass man erst nach einer Weile merkt, was nicht passt. Ich bin immer mal wieder verzweifelt, denn es gibt immer irgend etwas, dass mich scheinbar krank macht, und letzten Endes weiß ich nichtmal, ob die 'identifizierten' Probleme tatsächlich die Ursachen sind. Heute habe ich mal wieder einen solchen Tag, an dem ich mich verzweifelt frage, wie es weitergehen soll. HSP wirkt sich bei mir auch auf Psyche und Magendarm aus, so dass 'Fehltritte' oder Probleme mich sehr oft krankmelden lassen... Welcher Artbeitgeber soll das noch mitmachen? Ich habe mich schon oft gefragt ob ich auf den 2. Arbeitsmarkt soll. Aber ich will mein Wissen und Wesen in der Gesellschaft effektiv einbringen und nicht am Rande der Gesellschaft stehen :(
      Was ich mittlerweile gesammelt habe....
      - Ich kann nicht lange pendeln
      - Ich kann nicht lange konzentrierte Tätigkeiten ausführen
      - ich bin extrem empfindlich für mittlere bis hohe Temperaturen und bei Luftfeuchtigkeit oder stickigen Luft
      - ich brauche Abwechslung
      - ich brauche Sinn
      - ich brauche flexible Arbeitszeiten
      Irgendwas dieser Punkte läuft IMMER schief. Selbst wenn alles optimal wäre, im Sommer bin ich trotzdem regelmäßig krank. Oder ich esse einfach mal zu 'lecker'. Krank. Oder ich überschätze mich zufällig mal wieder weil 'wichtige' Dinge sich anstauen. Krank.
      Manchmal bin ich auch einfach todkaputt oder habe üble Magenprobleme ohne dass ich weiß warum. Vielleicht von zu wenig Schlaf, schlechtem essen, wenig Bewegung... Es gibt so viele Baustellen die ich meiner Gesundheit zu liebe bearbeiten muss. Aber das kann Jahre dauern . Welcher Arbeitgeber soll mich so lange aushalten?????

      Sorry für den Rant :/

      LG
      Susanne

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        12 Juni 2019 um 17:47 |
        Liebe Susanne,

        das tut mir leid, dass du diese Probleme hast, was dich vermutlich ziemlich belasten wird. Nach zahlreichen negativen Erfahrungen wird man wahrscheinlich irgendwann frustriert und genervt und weiß oft auch gar nicht mehr, in welche Richtung es weitergehen soll. Als ich deinen Kommentar gelesen habe war mein erster Impuls, dir zu raten, es mit der Selbständigkeit zu versuchen - da könntest du die für dich passenden Rahmenbedingungen schaffen und das tun, worin du einen Sinn siehst. Hast du an diese Möglichkeit schon einmal gedacht? Du könntest dir eine Selbständigkeit zum Beispiel nebenbei aufbauen und schauen, ob dir das gefällt. Natürlich brauchst du dann zunächst trotzdem eine Arbeit, die dich nicht krank macht und dir entspricht. Wenn es um das Thema Angestelltenverhältnis geht: Gibt es denn auch Dinge, die du gut kannst und die dich interessieren? Was sind Stärken, die du in einem Arbeitsverhältnis einbringen könntest? Hast du schon gutes Feedback bekommen für etwas, was dir gut gelungen ist? Da solltest du ansetzen und auf jeden Fall, bevor du einen neuen Job anfängst ein paar Tage Probearbeiten. Ich bin ein großer Fan davon, weil man da schon recht gut einschätzen kann, ob es grundsätzlich passt oder nicht. Trotzdem glaube ich, dass du bei einem HSP-Coach auch sehr gut aufgehoben wärst, hier kann ich dir Ulrike Hensel empfehlen, eine sehr nette und kompetente Fachfrau, die selbst hochsensibel ist und sich sehr gut mit der Materie auskennt. Ihre Website ist: https://coaching-fuer-hochsensible.de/, vielleicht ist das ja etwas für dich? Ich wünsche dir viel Erfolg, Mut und Kraft, nicht aufzugeben sondern weiterhin an dich und deine Fähigkeiten zu glauben!! LG Nicole

        antworten

    • Susanne

      Susanne

      12 Juni 2019 um 20:29 |
      Kommentar gelesen habe war mein erster Impuls, dir Über Selbstständigkeit habr ich schon oft nachgedacht, das erste Mal schon vor Jahren. Anfangs war der Gedanke wohl eher als Flucht gedacht, dann habe ich mich aber wirklich auch ernsthaft informiert und, naja, ganz ist das Thema noch nicht vom Tisch. Nur, man muss natürlich auch eine gewisse Energie da reinstecken, und da hab ich den Bogen noch nicht so ganz raus, was den Ausgleich zwischen An- und und Entspannung angeht. Ich arbeite derzeit nur 24,5h und kriege trotzdem oft nichtmal mein Privatleben auf sie Reihe...

      Der Gednke des HSP-Coachings kam mir allerdings noch gaaaar nicht! Aber das klingt super, zumal meine dritte nun bald endende Psychotherapie nichz mal mehr eine feste Diagnose 'nutzen' konnte. ZUM GLÜCK leide ich eben NICHT mehr an wochenlanger Depression und Angstattacken. Bin SO froh darüber. Aber da fällt mir mancgmal schon schwer, meiner Psychotherapeutin zu erklären, was mich so anstrengt.... Ein generelles 'Betreutes Arbeiten' an meinen Powertank- und Baustellen halte ich aber immer noch für nötig. Momentan nutze ich dafür Betreutes Wohnen (in unserer 'normalen' Mietwohnung), was mir auch Mut gibt und bisschen 'bei der Stange' aber auch 'rücksichtsvoll mir gegenüber' hält. Es ist aber halt auch nicht so intensiv wie eine Therapie oder wahrscheinlich ein Coaching. Mal sehen, ich werde diese Idee auf jeden Fall im Auge behalten, danke! (Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit habe ich Zugang zu zahllosen Ratgebern und auch den einschlägigen HSP- und Achtsamkeits-Büchern, aber es ist schon noch was anderes, wenn man darüber mit jemandem im Dialog steht und Hilfe bekommt...)

      LG und Danke
      Susanne :)

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      • Nicole

        Nicole

        13 Juni 2019 um 08:10 |
        Liebe Susanne,

        dass du wegen deiner Ängste und Depressionen eine Therapie gemacht hast, finde ich super! Therapeutische Begleitung finde ich immer positiv, weil du dann ja auch immer begleitet reflektieren kannst und sehr viel für dein Leben mitnimmst. Ich weiß nicht, du eine Psychoanalyse oder Verhaltenstherapie gemacht hast. Gerade in Sachen An- und Entspannung finde ich persönlich eine Verhaltenstherapie besser, weil sie dir konkret Anleitung dafür gibt, was du in problematischen Situationen tun kannst, damit es dir besser geht. Die Psychoanalyse konzentriert sich ja eher auf die Ursachen der Probleme. Ich sehe, du bist sowieso schon gut begleitet, das finde ich wunderbar. Ein HSP-Coaching kann dir da sicher noch neue Erkenntnisse bringen, da du da mit jemandem arbeitest, der sich mit der Materie ja sehr gut auskennt. Egal, welchen Weg du gehst, ob angestellt oder selbständig - bleib dir treu und glaube an dich. Manchmal braucht es einfach seine Zeit und das ist auch völlig in Ordnung so!! Alles Liebe, Nicole

        antworten

    • Julie

      Julie

      17 Juni 2019 um 19:19 |
      Hallo Nicole,
      vielen Dank für deinen Artikel. Ich habe mich darin gleich wiedergefunden. Momentan befinde ich mich in einer beruflichen Umstrukturierung. Ich hatte mich genau aus den selben Gründen wie oben geschrieben für ein angestelltes und selbstständiges berufliches Wirken entschieden. Selbständig möchte ich als Graphik Designin und Illuratorin arbeiten, weil ich das studiert habe und weil es meine kreative Seite bedient. Aber selbst da bin ich ständig unentschlossen wie ich mich positionieren will. Für das angestellten Verhältnis brainstorme ich, weil bis jetzt nichts wirklich gefunden habe, was meine Werte abdeckt bzw. zum Teil abdeckt. Ich würde so gerne etwas machen, in dem ich das scannen und meine Intuition gewinnbringend also für mich und mein Gegenüber einstzen kann, da mir der Austausch so wichtig ist. Mein Lebenslauf ist auch mit so vielen verschiedenen Richtungen gepflastert. Ich lege mich nicht gerne fest, obwohl das meist vom Umfeld gefordert wird. Im Allgemeinen denke ich auch das ein vielfältiger Lebenslauf auch nutzen kann. Man lernt so viel und nichts was man mal gelernt hat hat man umsonst gelernt. Momentan befinde ich mich außerdem noch in einer Transformation, die schon einiges in mir verändert hat. Ich will vorankommen. Die Sache mit dem sinnvollen Beruf gestaltet sich als schwierig. Aber vielleicht muss jeder für sich in seiner gewählten Tätigkeit auch einfach den Sinn entwickeln. Man ist ja schließlich nicht umsonst kreativ. Vielleicht haben wir sogar die Chance Tätigkeiten nach unseren Wünschen zu formen.

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      • Nicole

        Nicole

        18 Juni 2019 um 15:18 |
        Liebe Julie,

        erst einmal vielen lieben Dank für deinen Kommentar und deine klugen Gedanken. Ich finde es schön, dass du so neugierig deinen beruflichen Wünschen/Intentionen/Impulsen nachgehst, ohne dich von dem, was dein Umfeld sagt, aushebeln zu lassen. Du musst und wirst deinen Weg alleine gehen und deine ganz indiduelle Lösung für ein maßgeschneidertes Berufsleben entwickeln, da bin ich sicher. Habe einfach Geduld, beobachte dich genau und da, wo du dich gut fühlst, da gehst du beruflich hin. Du wirst sehen, es ebnet sich Stück für Stück. Und die Erfahrungen, die du auf deinem Weg machst, werden nie umsonst sein. Du lernst so viel und kannst sehr stolz darauf sein, so wandelbar zu sein. Das ist das große Pro von uns Scannern, auch wenn wir alle auch noch einmal ganz verschiedene Menschen sind. Die Herausforderung bei der ganzen Sinnsache: Jeder hat ein individuelles Sinnempfinden, deshalb kann man da auch schwer einen Rat geben. Manche wissen das, was für sie Sinn macht, sofort. Und andere suchen und finden den Sinn über trial & error eben erst im Laufe der Zeit für sich heraus ;). Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Mut und Freude auf deinem Weg!! Go for it! LG Nicole

        antworten

    • Sabine

      Sabine

      17 Juni 2019 um 22:53 |
      Liebe Nicole,
      im Chaos der 90er Jahre war ich ein Kind was immer rebellisch war und nie so sein durfte wie es war. Ich habe mich immer gefühlt wie ein Alien, meine Mutter hatte irgendwann ein hippes Wort gefunden: ADHS. Aber trotzdem stimmte etwas mit mir nicht. Wenn jemand schmerzen hatte, hatte ich 2 Minuten später an derselben Stelle schmerzen. Ich reagiere sehr empfindlich auf Lautstärke oft fast panisch und wenn ich einen Menschen nur 2 min kannte war er für mich ein offenes Buch und konnte alles über ihn erzählen. Die Leute fanden das gruselig, mich komisch und ich wurde lange gemobbt. Mein Leben lang muss ich nur eine rebellische Lebensweise vorhalten lassen. " kannst du dich nicht mal benehmen wie eine richtige Frau " " kannst du nicht mal ein Leben führen wie alle anderen" " wieso brauchst du immer eine extrawurst" trotz Ausbildung in meinem vermeintlichen Traumberuf war ich auch auf der Arbeit immer fehl am Platz. Aber ich blieb mir treu und hatte gelernt meine Bedürfnisse zu beachten. Ich kündigte, ging auf 2 jährige Weltreise durch Asien und lernte unterwegs meine Große Liebe kennen. Vom Wesen der Hypersensibilität habe ich erst kurz vor meoner Reise erfahren und es war mir von anfang an klar dass ich Hochsensibel( und offenbar aich ein Scanner bin)Ich weiß jetzt dass ich zu meinem alten gutbürgerlichen Leben nicht mehr zurück will. Meine Erfüllung liegt im Reisen und Wissen ansammeln von unterschiedlichen Kulturen und Sprachen. Ich muss noch einen Weg finden diesen Lebensstil dauerhaft finanzieren zu können und ich weiß dass es wie immer viele stimmen geben wird die mir sagen, dass man 'so etwas' nicht tut. Aber ich habe einen wundervollen Mann an meiner Seite und weiß dass ich auch dieses Abenteuer schaffen werde.

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        18 Juni 2019 um 15:27 |
        Liebe Sabine,

        vielen Dank für deinen Kommentar. Du fühlst dich gut, tust was du liebst und hast einen wunderbaren Mann an deiner Seite - wo bitteschön gibt es da etwas zu mäkeln? Ich glaube, dein positives Gefühl und deine Zufriedenheit sind die allerbesten Indikatoren dafür, dass du es offensichtlich richtig machst! Kann mir gut vorstellen, dass manche, die dir dagegen reden, vielleicht neidisch sind und sich selbst so ein Leben niemals zutrauen würden. Oder aber, sie machen sich Sorgen, weil sie möglicherweise aus ihrem eigenen Sicherheitsdenken nicht rauskommen. Das muss und darf dir egal sein. DU entscheidest für DICH, die anderen für sich. Noch ein Gedanke mit auf deine Reise: Vielleicht wäre ja Reisebloggerin etwas für dich? Oder ein Buch über deine Erlebnisse schreiben? Da gibts so viele Möglichkeiten, in diese Richtung auch beruflich durchzustarten. Egal, was du machst: Ich drücke dir ganz fest die Daumen und beglückwünsche dich zu deinem absolut traumhaften Lebensentwurf!! LG Nicole

        antworten

    • Nina

      Nina

      16 Juli 2019 um 18:43 |
      Hallo Nicole,

      ich bin 31 und gehöre eindeutig zu den hochsensiblen Menschen. Ich habe meinen Beruf auch schon oft gewechselt, weil es immer irgendwie vorkam, dass ich unglücklich war, außerdem war ich in negativen Situationen nicht belasbar und direkt überfordert, das hat auch oft dazu gehort. Ich bin auch zum Entschluss gekommen das die Umgebung wichtig ist. Allerdings weiss ich nicht wie ich das in meinem Berufsleben umsetzen soll?

      Liebe Grüße

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        16 Juli 2019 um 20:30 |
        Liebe Nina,

        vielen Dank für deinen Kommentar. Hochsensible Menschen reagieren intensiver auf ungünstige Außenbedingungen (z.B. Großraumbüro, Geräuschpegel, ständige Unterbrechungen, Telefonklingeln usw.), das ist leider Fakt. Natürlich kann man versuchen, etwas an seiner beruflichen Situation zu verändern, indem man (sofern möglich!) in einem Einzelbüro arbeitet, telefonische und/oder persönliche Sprechzeiten vereinbart, die Arbeitszeiten antizyklisch verschiebt, in der Pause in die Natur geht, zeitweise Homeoffice vereinbart, Ohrstöpsel verwendet oder schöne Bilder aufhängt, um sich an seinem Arbeitsplatz wohler zu fühlen. Oft jedoch sind das jedoch Maßnahmen, die nur geringfügig etwas ändern. Deshalb ist es aus meiner Sicht manchmal notwendig, einen generellen Arbeitsplatzwechsel bzw. eine Selbständigkeit in Betracht zu ziehen und zu schauen, dass dann die Rahmenbedingungen besser zur eigenen Person passen. Dazu sollte man aber ganz genau wissen, was unbedingt gegeben sein muss, um gut arbeiten zu können und in welchen Fällen gegebenenfalls Abstriche gemacht werden können. Nicht, dass dir das im nächsten Job dann wieder so geht! Gib nicht auf, liebe Nina. Ich musste genau wie du auch öfters meine Stelle wechseln bis ich einen Platz gefunden hatte, der genau zu mir passte. Im Nachhinein bin ich sehr froh, nicht entmutigt aufgegeben zu haben, frustriert war ich jedenfalls oft genug. Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen und wünsche dir für deinen weiteren Weg alles Gute!! LG Nicole

        antworten

    • Luise

      Luise

      23 Januar 2020 um 22:58 |
      Liebe Nicole,

      auch ich kann mich sehr gut in deiner Beschreibung einer hochsensiblen Person widerspiegeln. Ich bin 22 Jahre alt und habe mich seit ich zurück denken kann, sozial immer schon lieber zurückgezogen, habe kaum (keine) Freunde, nur Bekanntschaften, keine Ausbildung, nur Praktika nach dem Abschluss meiner Matura gemacht, jetzt ein Semester Psychologie studiert und während des Studiums fast jeden Tag einen Nervenzusammenbruch gehabt, weil es mir alles zu viel war. Das Studium ist nun abgebrochen und ich stecke wieder dort, wo ich mich schon mein gefühltes ganzes Leben befinde. Versunken in Unsicherheit und Zukunftsangst, niemals wirklich eine Ausbildung beginnen zu können, weil ich mich von Reizen überflutet fühle, nicht filtern kann, müde und unbelastbar bin. Meine Familie weiss auch nicht mehr weiter mit mir. Ich habe so viele verschiedene Interessen, kann aber einfach nicht herausfiltern, welche ich verfolgen soll. Und nicht nur das, nur schon das aktiv werden, dass Suchen nach einem eventuell geeignet Job/Lehrstelle stellt mich vor eine Herausforderung, deren ich mich nicht gewachsen fühle, weil ich genau weiss, wie ich/mein Körper reagieren wird in gewissen Situationen und ich mich einfach nicht mehr stark genug fühle, damit noch weiter umzugehen, Ich fühle mich ständig so überfordert im Alltag (z.B. wenn ich wie zurzeit einen Schnuppertag in einem Beruf habe), dass ich mich gar nicht richtig darauf konzentrieren kann, was mir gefällt, was nicht, etc., sondern nur damit, mir nicht anmerken zu lassen, wie gestresst ich bin. Es ist eine Teufelsschleife und ich hoffe, ich komme da irgendwann raus, ich muss, denn jünger werde ich nicht und wie du schon geschrieben hast: Unsere Gesellschaft liebt einen geradlinigen Lebenslauf und wenn ich so weiter mache, werde ich wohl nie einen Ausbildungsplatz finden! Wie soll man denn meinen Zustand auch einem möglichen Ausbildner erklären?
      Lieber Gruss
      L

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        24 Januar 2020 um 16:48 |
        Meine liebe Luise,

        ich lese die Verzweiflung aus deinen Worten heraus und möchte dir sagen, dass mir das sehr leid tut, dass es dir gerade so geht. Ich kann das wirklich sehr gut nachfühlen, ich kenne diese Ängste und Überforderungsgefühle auch. Irgendwann mag man gar nichts mehr anfangen, weil man denkt, man schafft es ja sowieso nicht. Wenn du meinen Rat hören möchtest, suche dir vielleicht jemanden, der dich unterstützt, z.B. in Form eines Therapeuten. Er kann sehr gut mit dir gemeinsam die Alltagsherausforderungen bewältigen und dir den Rücken stärken. Klar, Hochsensibilität ist keine Krankheit, jedoch geschieht es manchmal, dass ein sensibler Mensch in eine Depression oder chronische Erschöpfung abrutscht und dann sollte er sich unbedingt Hilfe von außen holen um wieder neue Kraft zu schöpfen. Erster Ansprechpartner wäre hier dein Hausarzt, dem du dich mit deinen Erschöpfungsgefühlen und Ängsten anvertraust. Er wird dich weiterverweisen. Darüber hinaus empfehle ich dir ein Buch, das mich sehr beeindruckt und mir geholfen hat, es heißt "Der sensible Mensch" von Samuel Pfeifer. Man lernt darin sehr viel über das eigene Wesen und warum man so ist wie man ist. Vielleicht möchtest du ja auch gerne mein Buch "Feinfühligkeit trifft auf Berufsleben. Wie Sie Beruf und Ihr Naturell in Einklang bringen" lesen - ich habe darin meine eigenen Erfahrungen sowie typische Probleme und Lösungen sensibler Menschen im Berufsleben aufgelistet. Was ich dir abschließend noch sagen möchte: Gib nicht auf, liebe Luise. Traue dich, irgendwo anzufangen und zwar genau da, wo dein Herz dir sagt "das traue ich mir zu". Und wenn du dann erfahren hast, dass es gar nicht so schlimm war und du es geschafft hast, kannst du auf dieser Erfahrung aufbauen. Ich wünsche dir die Kraft und den Mut, es anzugehen und deinen Weg zu machen! Alles Liebe, deine Nicole

        antworten

    • Jens

      Jens

      27 April 2020 um 15:25 |
      Würde man meine Google-Suchbegriffe lesen, könnte man glatt denken, ich sei tief depressiv und mit allem schlichtweg überfordert. Glücklicherweise bin ich nun endlich (seit fast vier Jahren Ungewissheit) auf deinen Blog gestoßen. Und diesmal fasst er tatsächlich alles zusammen, was ich derzeit mitmache bzw. schon mitgemacht habe. Jetzt hat das Kind endlich einen Namen.

      Dass ich schon immer sensibler war, als meine Mitmenschen, wusste ich schon früh. Doch krass wurde es bei meiner ersten Werkstudentenstelle. Selbst die 20 Stunden pro Woche waren für mich teilweise nicht aushaltbar. Das Studium lief sehr gut, auch Zeit fürs Lernen und Vorbereiten von Vorträgen hatte ich immer genug. Das Studentenleben mit den Kommilitonen fand ich auch super. Auch wenn mich die eigentlichen Inhalte des technischen Studiums gar nicht so sehr interessiert haben. Spaß machte mir immer das Herleiten von Formeln und vor allem das Verstehen ebendieser. Egal, welches Themenfeld es war. Vor allem das Suchen alternativer Wege gefiel nicht immer allen Mitstudenten. Ich habe sehr viel in Excel nachgebaut und wollte mich einfach nicht in komplizierte andere Programme einarbeiten, da ich dieselbe Aufgabenstellung genau so gut mit den vorhandenen Mitteln lösen konnte. Querdenker waren halt anders als der Mainstream, das konnte man nicht nach Schema F benoten.

      Dann gingen die Probleme los. Angeschlossener Master wurde abgebrochen, da dieser überhaupt nicht mehr interessant war. Viel zu viel BWL, Kennzahlen und allerhand Infos a la "Wie mache ich sehr schnell Gewinn, koste es was es wolle. Macht ja sowieso jeder Unternehmer". Da dachte ich mir schon: Was bringt mir der Master, wenn ich den nur auf Biegen und Brechen durchziehe und ich auf keinen Fall in diesem Bereich arbeiten möchte?

      Also Jobeinstieg als Bachelorabsolvent gesucht und direkt gefunden. Aber dann direkt in Vollzeit für 40 Stunden, Zauberwort "Vertrauensarbeitszeit" . Heißt: Machte man keine 5 Überstunden pro Woche, war man direkt unten durch. Meine Kollegen waren alle chronische Ja-Sager und saßen dem Chef auf dem Schoß. Ich habe anfangs noch viel hinterfragt, bis mir bewusst wurde, dass es gar keinen interessiert. Aber Kopf aus und Dienst nach Vorschrift konnte ich nicht. Das Thema wurde schnell langweilig und ich war immer mehr überfordert mit allem. Bis ich dann in der Probezeit gekündigt habe. Das war eine echte Erleichterung. Ich kam auch mit Vollzeit nicht zurecht, inklusive Pendelei. Damals dachte ich noch, das wäre normal und ich hätte mich gefälligst dran zu gewöhnen. Macht ja schließlich jeder so. Also nächsten Job gesucht und diesmal eine andere Branche gewählt. War nur noch zu 10% passend zu meinem Studium. Hier kam ich aber mit vielen Kollegen nicht klar. Ich hatte zudem ein Einzelbüro und musste ständig in eine ganz andere Etage gehen, wenn ich eine Rückfrage hatte. Einarbeitung gleich null. Habe mich von Anfang an abgeschoben gefühlt. Aber auch hier dachte ich: Heul nicht rum, du bist noch jung und dir fehlt die Erfahrung. So ist nunmal der Berufseinstieg. Aber auch hier habe ich wieder in der Probezeit gekündigt. Die Dame vom Arbeitsamt war schon nicht mehr ganz so höflich und wollte mir das Nächstbeste andrehen. Wieder Vollzeit, diesmal nur noch uninteressante Themen, wieder mehr als eine Stunde Pendelei pro Weg. Habe dankend abgelehnt, zumal ich gar keine Leistungen vom Amt bekommen habe. Ich konnte nach damaligem Stand noch ein halbes Jahr von meinen Ersparnissen leben. Dann wurde das Geld aber langsam knapp. Vor allem, da ich auf Bewerbungen nun deutlich mehr Absagen erhalten habe. Beim Durchforsten der Stellenportale habe ich mich aber wieder nur auf mein Studienfach bezogen, was mich eigentlich gar nicht mehr interessierte. Rückmeldung von außen: Jetzt schmeiß deinen Abschluss nicht weg und fang damit was an! Wieso willst du jetzt was ganz anders machen? Das ist halt jetzt deine Branche. Wie willst du denn eine halbwegs gute Rente bekommen, wenn du nicht langsam Mal anfängst, zu arbeiten...

      Dann kam aber - eher zufällig - ein sehr gutes Jobangebot via Xing. Und ich habe es angenommen. Dieser Job war sehr schön, vor allem im Außendienst und bei Kunden zu Hause. Dann noch im Home-Office. Das hat richtig Spaß gemacht, aber betriebsbedingt ging es da leider nicht weiter. Sehr schade. Da habe ich gar nicht gemerkt, dass ich teilweise 50 Stunden pro Woche gearbeitet habe. Also dachte ich: Juhu, meine zukünftige Branche steht fest. Nur leider gab es hier deutschlandweit keine vergleichbaren Stellen. Auch auf Initiativbewerbungen kamen keine Reaktionen oder nur Absagen. Nach weiteren 6 Monaten wurde das Geld wieder knapp, also hieß es Mal wieder irgendeinen halbwegs erträglichen Job annehmen. Und in diesem Job bin ich nun seit fast einem Jahr. Die Probezeit war noch ganz ok, doch danach ging es bergab. Obwohl ich dieselben Aufgabenbereiche hatte, hat mich alles nur noch überfordert. Immer mehr - aus meiner Sicht - irrelevanter bürokratischer Hik-Hak. Könnte auch viel einfacher gehen, aber ist nicht gewollt, vor allem aus politischen Gründen. Was hier intern abläuft und nach außen kommuniziert wird, ist schon ein krasser Gegensatz. Ich kann mich auch gar nicht mit den Produkten identifizieren, soll diese aber potentiellen Neukunden anpreisen bis zum geht nicht mehr. Das kann und will ich überhaupt nicht, obwohl das eigentlich meine Aufgabe ist. Jetzt sitze ich hier und resigniere schon seit geraumer Zeit. Mich wundert es, dass meine Arbeitsmoral keinem aufzufallen scheint. Seit zwei Monaten mache ich nur noch das Nötigste und keinem fällt es auf. Ich erhalte sogar noch Lob für meine "schnelle und detaillierte" Auswertung. Die hätte ich auch in einer Stunde so anfertigen können, habe mir aber 3 Tage Zeit gelassen... Trotzdem habe ich auch hier schon wieder innerlich gekündigt. Ich suche zwar schon wieder was Neues, aber habe dafür gar keine Kraft mehr. Ich weiß nicht, nach was ich überhaupt noch suchen soll. Quereinstieg? Wenn ja, wo überhaupt? Selbstständig? Womit? Sinnhaftigkeit? Auf jeden Fall! Ich bin so vielseitig interessiert, habe aber Angst, dort wieder schnell jegliches Interesse zu verlieren,wenn man wieder 40 Stunden nur dieses eine Themenfeld bearbeitet. Spezialisierung ist scheinbar keine Option für mich. Eventuell zwei völlig verschiedene Arbeitgeber in Teilzeit. Aber das grenzt ja schon an einen 6er im Lotto.

      Ich denke immer, eine Fehlentscheidung zu treffen. Ich weiß nur, dass es so nicht weitergehen kann. Jede eintreffende Mail, jeder Anruf, jeder Kollege, der in der Tür steht, löst momentan Panik in mir aus. Büroarbeit liegt mir nicht, das habe ich schon festgestellt. Jetzt stehe ich vor dem Problem der schier endlos langen Kündigungsfrist. Allein der Gedanke daran löst direkt Unmut in mir aus. Klar, es gibt Aufhebungsverträge, aber soweit bin ich noch nicht, das tatsächlich anzusprechen. Ich erhalte surrealerweise noch immer positives Feedback. Egal, wie sehr ich mich selbst streube, etwas zu erledigen, nach außen hin scheine ich immer fröhlich und kompetent zu sein. Das passt nicht zu meiner Selbstsicht. Das alles verwirrt mich nur noch mehr.

      Ich habe bis zu meinem Uni-Abschluss immer das gemacht, was von mir erwartet wurde. Jetzt erhalte ich die Quittung, mein Lebenslauf ist vollkommen im Eimer. Vor zwei Jahren bin ich dann auf den Begriff "Generation Y" gestoßen. Damit konnte ich mich auch schon sehr gut identifizieren. Die Sinnhaftigkeit der Arbeit und ein deutlich höherer Stellenwert auf Freizeit statt viel Geld und Statussymbole steht dabei im Vordergrund.

      Momentan spreche ich mit keinem darüber, da ich genau weiß, wie die Reaktion ausfallen wird. Obwohl mir das egal sein sollte. Aber das ist es scheinbar nicht. Daher erscheint mein Text nun hier. Hat schon gut getan, das alles loszuwerden. Ich erwarte auch gar keine Antwort. Das Schreiben an sich war schon eine Erleichterung. Und das Wissen, dass ich nicht alleine dastehe.

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        27 April 2020 um 20:02 |
        Lieber Jens,

        vielen herzlichen Dank für dein Vertrauen und dass du uns hier deine Geschichte so schilderst. Da hast du einen langen Weg hinter dir, der alles andere als leicht war und ich kann dir sehr gut nachfühlen, wie es dir geht. Was ich super finde ist, dass du schon einmal einen Job hattest, der dir gefallen hat, d.h.es gibt etwas, das dir entspricht! Genau in diese Richtung solltest du weiterbohren - und sei es vielleicht erstmal nur in Teilzeit mit vielleicht zusätzlich einem Nebenjob. Ich bin wirklich sicher, du wirst deinen ganz speziellen Weg finden, nur wahrscheinlich wird das nicht der sein, den der mainstream geht. Das muss nichts Schlechtes sein, es ist nur anders! Klar können Negativerfahrungen entmutigen, sie zeigen dir jedoch auch, was du NICHT willst und so ist dir mit jeder Negativerfahrung bewusster, was nicht zu dir passt. Ich spreche da aus eigener, jahrzehntelanger Erfahrung wie du ja an meinem Blogartikel gesehen hast. Das Thema hat mich so beschäftigt, dass ich sogar ein Buch darüber geschrieben habe, es heißt "Feinfühligkeit trifft auf Berufsleben. Wie Sie Beruf und Ihr Naturell in Einklang bringen können". Mehr Infos und ein Probekapitel findest du unter meinen Büchertipps. Darüber hinaus versuche ich aber auch hier im Blog, viele meiner Erfahrungen und individuelle Lösungen kostenlos für Feinfühlige anzubieten, vielleicht ist ja etwas für dich dabei? Gib nicht auf lieber Jens, irgendwo wartet die Stelle, die zu dir passt. Bei Menschen wie uns dauert das nur manchmal länger, dafür ist es am Ende aber umso besser :) Ganz liebe Grüße, alles Gute für dich und Kopf hoch. Das wird! Nicole

        antworten

    • Nicole

      Nicole

      08 Mai 2020 um 16:32 |
      Hallo!
      Das ist ein toller Artikel, der Mut macht.
      Ich bin seit 10 Jahren Lehrerin und kann nicht mehr. Ich arbeite täglich 11 Stunden (außer samstags). Und zum Dank hat man Schüler vor sich, die keine Lust haben, meckernde Eltern, unmögliche Forderungen der Geschäftsführung und dauerhafte Untetbesetzung. Und wenn ich heim komme, bräuchte ich 2 Stunden Nachmittagsschlaf, aber das ist zeitlich nicht machbar.
      Ich möchte noch einmal studieren, weiß aber nicht was. Mich interessiert so viel, gleichzeitig nichts so richtig 100%.
      Ich bewundere jeden, der seinen Weg gefunden hat.

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        09 Mai 2020 um 10:35 |
        Liebe Nicole,

        vielen Dank für deinen Kommentar. Das klingt nach einer kräftezehrenden Arbeit, die du da leistest. Offenbar hast du in dir drin schon einen Wunsch nach Veränderung, weißt aber noch nicht genau was oder wie du das angehen sollst. Um einen neuen Weg einzuschlagen und dir klar zu werden, wo die Reise hingehen soll, rate ich dir zu allerest, dir Auszeiten für dich selber zu schaffen, und wenn es nur 15 Minuten am Tag sind. Vielleicht stehst du früher auf oder gehst später ins Bett oder wandelst bestimmte Abendaktivitäten um in Zeit für dich alleine. In dieser Zeit atmest du mal durch und darfst einfach mal SEIN ohne zu TUN. Und dann lauschst du in dich hinein, was da ein Eingebungen, Einfällen, spontanen Impulsen oder Sehnsüchten so hochkommt. Warum bist du hier auf dieser Welt? Was wünschst du dir, in sie einzubringen? Was zu tun würde dich mit Freude erfüllen? Das ist der allererste wichtige Schritt, um etwas in deinem gegenwärtigen Leben zu verändern. Der neue, deinem Wesen besser entsprechende Weg formt sich dann mit der Zeit von selbst. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei! LG Nicole

        antworten

    • Nina

      Nina

      18 Mai 2020 um 22:31 |
      Ich finde es ebenfalls sehr erleichternd zu lesen, dass andere Menschen ähnliche Gefühle haben.
      Ich weiß, wie es ist, Interesse für vieles zu haben, ohne aber für eine Sache richtig zu brennen. Wie es ist, trotzdem ausgebrannt zu sein. Wie es ist, einen ungeraden Lebenslauf zu haben. Nicht weiterzukommen, dabei doch aber soviel Wissen angesammelt zu haben.

      Ich bin Ende 20, bewerbe mich auf Stellen und hoffe innerlich oftmals, dass ich eine Absage bekomme, weil ich mir schon vorstellen kann, dass der Job nicht zu mir passen würde. Trotzdem hoffe ich, dass es irgendeinen Job gibt, mit dem ich mal zufrieden sein werde.

      Ich habe mir auch schon meine Kriterien aufgeschrieben. Ich weiß ganz genau, welche Jobbedingungen mir guttun würden und welche nicht. Aber es scheint mir wirklich fast unmöglich zu sein, so einen Job zu finden. Selbstständigkeit kommt für mich aber auch erstmal nicht infrage.

      Ich muss aufpassen, dass ich auf die Umstände, die durch unser System und unsere Gesellschaft geschaffen werden, nicht wütend werde.
      Das hilft einem ja auch nicht weiter. Dennoch fühle ich mich verloren und suche nach meinem Platz in dieser Welt.

      Ich wünsche, dass wir alle diesen Platz finden.

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        19 Mai 2020 um 14:55 |
        Liebe Nina,

        herzlichen Dank für deinen Kommentar. Diese Wutgefühle kenne ich auch aber letztlich haben wir Scanner es selbst in der Hand. Klar ist es ein oftmals längerer Weg, aber ich bin sicher, er lohnt sich. In jedem Arbeitsverhältnis machst du deine ganz persönlichen Erfahrungen, mal Gute, mal Schlechte. So formt sich mit der Zeit dein ganz persönliches Berufsprofil heraus, das zu dir passt und in das du alle Erfahrungen und dein umfangreiches Wissen mit einbringen kannst. Viele von uns Scannern sind nunmal Allrounder, keine Spezialisten. Aber gerade das macht uns zu Arbeitnehmern und/oder Selbständigen, die den Herausforderungen des Alltags kreativ begegnen und sich von Unwägbarkeiten nicht entmutigen lassen. Nur Mut, du findest deinen Weg. Die Welt braucht Menschen wie dich :) Alles Liebe, Nicole

        antworten

    • Miso Soup

      Miso Soup

      28 Mai 2020 um 20:55 |
      Hallo liebe Nicole!

      Eigentlich hatte ich gar nicht vor, etwas dazu zu schreiben. Eigentlich wollte ich nur kurz "gucken". Nachdem ich dann aber gelesen habe welches arbeitsumfeld hochsensiblen Menschen gut tut, habe ich mich einfach zu sehr wiedergefunden, als dass ich hätte stoppen können.
      Ich habe ein ständiges Gefühl von "auf der Suche sein". Bin 22 und aktuell in der Ausbildung zur Ergotherapeutin. Die Unsicherheit, trotz allem ständig das Gefühl zu haben, nirgends komplett hin zu gehören, das habe ich eigentlich schon immer. Für mich stand die Welt nach der Schule einfach viel zu "weit" auf, und diese riesige Auswahl hat mir eine ganze Menge Zukunftsangst beschert. Stressige Situationen sind der blanke Graus für mich, genauso wie ein Arbeitsklima, in dem ich nicht ich selbst sein kann. Habe auch während eines FSJs in einer Kita [das eine durchweg positive Entwicklung für mich war] gemerkt, dass mir das Team dort sehr deutlich gemacht hat, was ich brauche: Kollegen, die zu Freunden werden, die auf entspannter Ebene mit mir kommunizieren und es kein großes "Mein Rang Dein Rang" Verhältnis gibt. Leider glaube ich, dass so etwas wieder zufinden unheimlich schwer bis gar unmöglich ist... Aber ich hoffe sehr, dass ich dennoch eine Nische finde, in die ich als bald hoffentlich Ergotherapeutin passe und anerkannt werde. Ich brauche oft Lob und "Anerkennung", ganz besonders im Arbeitsumfeld. Genauso gern gebe ich allerdings welches, da ich weiss, wie sich das anfühlt, und dass es alles viel erträglicher macht.
      Ich hüte mich, zu sagen dass Ergotherapie mein "Traumberuf" ist, da dieser für mich schlicht weg nicht existiert hat. Trotz allem bin ich aktuell ganz guter Dinge, dort einen Platz zu finden, mit dem ich mich wohl fühle, denn abwechslung reich ist die Arbeit allemal.

      Misserfolge treffen mich immer extrem, obwohl es für jeden anderen "gar nicht so schlimm" wäre. Erst letzens bei einem vorstellungs Gespräch für ein Praktikum wurde mir mit geteilt, dass ich eventuell einfach "zu sensibel" dafür sei, um "ins Team zu passen". Das hat mich wirklich irgendwo verletzt, vor allem, weil die drei Menschen, die mich da "ins kreuzverhör" nahmen, nicht einmal gelächelt haben. Fast sofort war mir da klar "ich kann nicht mit diesen Menschen arbeiten". Hab natürlich erstmal wieder mir Vorwürfe gemacht, denn ich bekomme oft genug gesagt "ich soll mich mal zusammenreißen". Aber ich denke, ganz besonders was den zukünftigen Arbeits Platz angeht, brauche ich etwas, das mir und meiner Persönlichkeit 100 Prozent wohlgesonnen ist und ich angenommen werden kann, um aus vollem Herzen das "geben" zu können, was ich geben kann.

      Dafür, dass ich gar nicht geplant habe einen Kommentar zu hinterlassen, ist das ganze jetzt vielleicht etwas unstrukturiert... Aber ich war gerade wieder voller selbstzweifel und gefangen in der Frage, ob ich mich je 100 Prozent wohl fühlen kann mit meiner Persönlichkeit und der kompakten Umwelt, die dazugehört, dass ich wirklich dankbar bin für dich und diesen Blog.
      Es tat gut, das mal los zu werden und zu spüren, dass es anderen ähnlich geht. :) Danke hierfür... Für diese Möglichkeit sich auszutauschen.

      Sehr viele liebe Grüße;
      Mary

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        29 Mai 2020 um 16:42 |
        Liebe Mary,
        herzlichen Dank für deinen Kommentar und deine vertrauensvoll geschilderte Geschichte. Ich bin sehr positiv gestimmt, dass Ergotherapie etwas für dich sein könnte - Du kannst helfen, hast viel Kontakt mit Leuten, kannst selbst entscheiden, welche Therapie du einsetzt und insgesamt das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Wenn dann auch noch das restliche Team passt und du dich dort wohlfühlst: Perfekt! Falls es aber nicht so ist, wird die Welt auch nicht untergehen, weil du sicherlich auch in Zukunft einen Job finden wirst, der für dich passt - und wenn er "nur" zu 80 Prozent passt, ist das auch okay. Das wichtigste ist, dass du mit Widrigkeiten umgehen kannst und sie dich nicht zu sehr belasten, dann kannst du auch gut mit einem 80 Prozent Job klarkommen. Und in Bezug auf dein Vorstellungsgespräch: Dieses Gefühl der Selbstzweifel kennen viele Hochsensible ABER du kannst wirklich froh sein, dass du dort nicht angefangen hast. Denn dein GEFÜHL hat dir von Anfang an gesagt: "Das passt hier für mich nicht." Ich bin sicher, das wäre dann auch in die Hose gegangen. Du darfst deiner Intuition ruhig trauen, sie will nur dein Bestes. Und da darf es völlig egal sein, wie dich die anderen abwerten oder einschätzen von wegen "zu sensibel". Steh zu deiner Sensibilität, suche dir DEINE Nische - und ich bin sicher, du wirst ganz viel Bewegen in deiner künftigen beruflichen Laufbahn! Viel Erfolg!!! LG Nicole

        antworten

    • Sai34

      Sai34

      01 Juni 2020 um 09:34 |
      Toller Beitrag. Ich dachte immer mein Beruf als Büroangestellte passt nicht zu mir, dabei hat es immer an den Kollegen gelegen, welche Mobbing an mir ausgeübt haben. Seit ich mich zu Wehr gesetzt habe und nach einer noch missbräuchlichen Kündigung einen Anwalt aus Bern eingeschaltet habe, habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass es nicht an mir liegt. Ich habe viel daraus gelernt.

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        01 Juni 2020 um 21:43 |
        Hey,

        wow, das hat dich bestimmt viel Kraft und Energie gekostet, aber du bist stärker daraus hervor gegangen und hast viel gelernt! Das finde ich toll. Ich wünsche dir für einen weiteren Lebensweg alles Gute!! LG Nicole

        antworten

    • Lea

      Lea

      19 Juni 2020 um 07:17 |
      Hallo!
      Wow, bin auf der Google-Suche nach Antworten für meine Tochter hierhergestossen. Endlich eine Erklärung, ein Wort, das seit Generationen unsere Familie belastet. Die Uroma, Oma, meine Mutter, ich und nun meine Tochter (und ein jüngerer Sohn).
      Fallen alle unter Kategorie "schwierig", "rebellisch" bzw., die, die sich unter Zwang angepasst haben, als "frustriert-boshaft". Jetzt weiss ich, dass alle hochsensible waren/sind.
      Und da kommen wir zu meiner Frage: Wir wurden immer als ADSler/ADHSler eingestuft, teils Diagnose von Experten, teils Selbstdiagnose (weil gleiche Verhaltensmuster wie die diagnostizierten Verwandten) und tatsächlich passte das Bild auch fast sehr gut, aber nur fast.
      Wenn ich deinen Text und all die Selbsterfahrungen der anderen lese, bin ich einfach nur baff, es kommt mir vor, als würde zu 100% meine Mutter, Tochter und ich beschrieben werden.
      Wo liegt der Unterschied zwischen AD(H)S und Hochsensibilität?
      Danke für deine wertvollen Tipps.

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        19 Juni 2020 um 18:29 |
        Liebe Lea,

        freut mich, dass du dich in dem Geschriebenen wiederfindest. Ich bin leider kein AD(H)S-Experte, aber was ich weiß, dass sowohl Hochsensiblilität als ADHS bzw. ADS als verbindendes Merkmal eine erhöhte Reizoffenheit haben. Der Unterschied liegt in der Konzentrationsfähigkeit. ADS/ADHS Betroffene tun sich sehr schwer damit, sich zu konzentrieren, unabhängig davon, ob das Umfeld friedlich ist oder nicht. Bei einer hochsensiblen Person hingegen hat die mangelnde Konzentrationsfähigkeit häufig damit zu tun, wie sich das Umfeld gestaltet. Sitzt man z.B. in einem Großraumbüro mit vielen telefonierenden Menschen oder einer surrenden Klimaanlage um sich herum, wird einem Hochsensiblen die Konzentration ebenfalls schwerfallen. Arbeitet er hingegen von zuhause in einem ruhigen Umfeld, wird er sich sehr gut und lange konzentrieren können, vor allem bei Arbeiten, die ihm Freude bereiten. Eine Person mit ADHS/ADS wird wahrscheinlich auch in einem ruhigen Umfeld Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren. Natürlich kann es genauso sein, dass man hochsensibel ist UND AD(H)S hat, das kann aber nur ein Fachmann beurteilen, der ich definitiv nicht bin. Ich hoffe, ich konnte dir helfen. Alles Gute dir! LG Nicole

        antworten

    • Merri

      Merri

      20 Juni 2020 um 23:06 |
      Liebe Nicole,

      ich bin so froh und dankbar deine Seite gefunden zu haben, deine Artikel sind wirklich Balsam für die Seele.

      Ich fühle mich gerade so als würde ich in einer Sackgasse stecken. Ich bin mittlerweile ein dreiviertel Jahr in meinem Beruf und stoße immer wieder an meine Grenzen. Mir das einzugestehen, fällt mir nicht leicht, aber ich versuche dies zu akzeptieren und nach einer Lösung zu suchen.

      Ich fühle mich gerade einfach nur überfordert an meine Arbeitsplatz: ständig klingelnde Telefone, Kollegen, die dauernd den Raum betreten und wieder verlassen, ständige interne Nachrichten und Mails, viele Aufgaben, die ich unter Zeitdruck bewältigen muss. Und dann noch regelmäßige Feedback-Gespräche mit negativer Kritik, dass ich mehr aus mir rauskommen müsse und zu viele Fehler mache. Ich bin mittlerweile am Rande der Verzweiflung, kann zuhause kaum noch abschalten und kann mich nur noch schwer für meine Arbeit motivieren. Hinzu kommt noch, dass ich jeden Tag 40 Minuten mit dem Auto hin- und zurück pendeln muss, was mich zusätzlich noch Kraft kostet.

      Mir ist bewusst geworden, dass ich mich nicht weiter anpassen kann, sondern eher meine Aufgaben und Arbeit anpassen muss. Ich hoffe, dass mein Arbeitgeber das akzeptieren kann, da bei uns Zeitdruck leider an der Tagesordnung steht. Leider steche ich da durch meine "sensible Art" immer mehr heraus und fühle mich wie eine Außenseiterin. Ansonsten sehe ich keine Lösung mehr als einen Jobwechsel, was ein schwerer Schritt ist.

      Ich fühle ich mich wie eine Versagerin, vielleicht auch durch meinen Hang zum Perfektionismus. Und ich habe einfach schreckliche Angst wie ich weitermachen soll.

      Danke für deinen Blog und die Möglichkeit mir ein paar Worte von der Seele schreiben zu können!

      Ganz liebe Grüße und mach weiter so!

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        21 Juni 2020 um 19:42 |
        Liebe Merri,

        lieben Dank für deinen Kommentar und dein Kompliment für die Artikel. Ich kann so gut nachfühlen, wie es dir geht. Ich bewundere dich sehr, dass du so einen Stressjob schon ein dreiviertel Jahr durchgestanden hast und vor allem, dass du auch den Mut findest, mit einem Arbeitgeber zu sprechen. Das trauen sich die wenigsten, die meisten kündigen gleich. Das wird sicher kein leichtes Gespräch, aber vielleicht findet Ihr beide ja eine Lösung im Sinne eines Wechsel des Arbeitsbereiches oder der Abgabe eines Teilbereiches an Kollegen usw. Sollte es doch zu einem Jobwechsel kommen, ist das sicher ebenfalls nicht leicht, aber versuche trotzdem da raus zu gehen, ohne dich selbst fertig zu machen. Du hast dein Bestes gegeben, zu jeder Zeit und mehr geht einfach nicht. Wenn das nicht reicht, müssen die die Position mit jemandem besetzen, der besser dazu passt. Für dich ist es dann eine Chance, liebe Merri, etwas zu finden, das deinem Wesen besser entspricht. Und hier kann ich deine Angst auch sehr gut verstehen, aber du wirst nicht untergehen. Du bist dann durch Arbeitslosengeld abgesichert (lass dich kündigen oder hol dir ein Attest vom Arzt, dann zahlt das Arbeitsamt) und kannst dich in Ruhe nach etwas anderem umsehen. Und hier rate ich dir: höre schon im Vorstellungsgespräch immer auf dein Gefühl, hast du ein Gutes, traue dich und arbeite vielleicht auch mal einen Tag zur Probe. Dann lernst du ein bisschen die Firma, die Kollegen, die Arbeitsbedingungen kennen usw. Ich glaube, durch diesen Job jetzt weißt du auf jeden Fall, was du schon mal NICHT mehr willst - und vielleicht sollte er dir genau das auch nur vor Augen führen. Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und bin ganz sicher, dass du das packst! LG Nicole

        antworten

    • Katharina

      Katharina

      20 August 2020 um 13:20 |
      Liebe Nicole,

      eigentlich bin ich kein Mensch der unbedingt Kommentare auf einem Blog schreibt. Und nun sitze ich hier, schon etwas verzweifelt an meinem Laptop und fange immer wieder von vorne an zu schreiben. Nun denke ich, schreib einfach mal drauf los. Ich hätte nicht gedacht, dass mich dein Blog und vor allem die Geschichten und deine Tipps so sehr fesseln. Tut es aber, sehr sogar! In meiner Familie bin ich auch das "Sorgenkind". Immer wird mir gesagt, dass ich doch endlich mal wissen müsste, in welche berufliche Richtung es für mich nun gehen soll. Dann bekomme ich immer Herzrasen und das setzt mich noch mehr unter Druck. Heute bin ich gefühlt genauso schlau wie damals als ich einfach irgendeine Ausbildung gemacht habe. Ich habe Sozialversicherungsfachangestellte gelernt. Irgendwie habe ich schon gespürt, dieser Beruf ist nichts für mich. Und das einmalige Schülerpraktikum im Kindergarten in der 9. Klasse hat mich auch nicht wirklich begeistert. Ich habe mich sehr durch die Ausbildung gequält, und ich bin natürlich auch krankheitsbedingt ausgefallen. Irgendwie wollte ich das einfach hinter mich bringen. Ich habe damals nur das finanzielle gesehen, endlich das eigene Geld verdienen. Meine Eltern waren auch leider nicht so eingestellt, dass ich etwas starten soll, was mir wirklich von Herzen Freude bereitet. Wie denn auch, die meisten Menschen folgen eher den Zahlen auf dem Bankkonto als der inneren Wahrheit. Heute weiß ich es auch nicht, anscheinend ist mein Herz mit der Zeit sehr verschlossen. Hauptsache gute Leistungen in der Schule um später einen guten Job zu bekommen. Und dann stand ich da. Habe 1 Jahr in meinem Job gearbeitet und bin dann für ein paar Monate in die USA als Au Pair. Ich hatte Fernweh, wollte einfach nur weg. Jedoch bin ich auch wieder vorzeitig heim gekehrt, ich hatte Heimweh und war die meiste Zeit des Tages allein. Nach meiner Rückkehr bin ich wieder in meinen alten Beruf zurück, wurde sogar entfristet. Spätestens ab da hätte ich die Chance gehabt mich einfach auszuprobieren, habe es leider nicht erkannt. Damals mit Anfang 20 habe ich auch nicht erkannt wie wertvoll ein unbefristeter Vertrag im öffentlichen Dienst ist. Und ich kam auch nicht auf die Idee meine Stunden zu reduzieren. Ich habe gekündigt und bin mit meinem damaligen Freund nach Süddeutschland gezogen. Ich wollte wieder einfach nur weg und was neues anfangen. Jedoch immer noch als Sozialversicherungsfachangstellte. In Süddeutschland bin ich dann sehr krank geworden, hatte Herz- und Atemprobleme und bin krank zurück zu meinen Eltern gezogen, jedoch in eine eigene Wohnung. Erst jetzt mit 30 Jahren bin ich an einen Punkt gekommen, wo ich einfach nicht mehr kann. Ich bin müde und erschöpft, reduziere seit Monaten meinen Konsum und habe seitdem auch nur befristete Jobs und keine Verlängerungen bekommen. Wie denn auch wenn ich meinen Job nicht mit Liebe und Freude verrichten kann. Ich war viel krank, meine Leistungen haben nicht gereicht. Ich habe auch bereits zwei Mal einen sehr großen Fehler begangen, habe zu meinem Vollzeit-Job noch täglich 2 Stunden gependelt (Hin- und Rücktour). Und so langsam schlägt das alles auf meine Gesundheit. Ich möchte keinen Vollzeit-Job mehr machen, Akten von rechts nach links schieben. Als Kind habe ich immer gesagt, niemals Büro. Und genau da bin ich gelandet. Ist das nicht verrückt?! Ich war die letzten 10 Jahren viel auf Reisen, viel shoppen, habe nach teuren Ersatzbefriedigung im Außen gesucht, um in mir Zufriedenheit zu erlangen. Aber das Leben zeigt einem, auf was es wirklich ankommt. Ich habe es satt immer schneller, immer mehr, mehr Druck und mehr Leistung, mehr Digitalisierung. Selbst wenn ich diesen Text verfasse werde ich schon müde.
      Ich war letztes Jahr ein paar Monate arbeitslos. Seit Juli bin ich wieder arbeitslos, da ich in der Probezeit gekündigt wurde. Ich bin wieder in ein Loch gefallen und krank geworden.
      Ich habe nun die Möglichkeit eine schulische Ausbildung als sozialpädagogische Assistenz berufsbegleitend zu machen. Heute in einer Woche ist Beginn. Ich bin mir aber sehr unsicher, ob ich dem Druck gewachsen bin. Ich brauche auch immer Ruhephasen. Das finde ich bestimmt nicht in der KiTa. Ich möchte aber auch das positive sehen, endlich weg aus dem Büro. Ich packe das gesundheitlich nicht mehr. Generell möchte ich nicht mehr als 30 Stunden arbeiten. Aber wie soll das bei einer gekürzten Ausbildung gehen. Ich bin Hin und Her gerissen und möchte nicht wieder etwas abbrechen, wenn es das nicht ist. Ich habe ein Gedankenkarussell, dass sich nicht aufhört zu drehen. Meiner Familie mag ich auch schon nichts mehr erzählen, weil es bei mir ein Hin und Her ist. Ich frage mich, warum ich so geworden bin, ob es was mit meinem Trauma aus meiner Kindheit zu tun hat. Ich stelle mir oft die Frage warum ich nicht konkret weiß was ich will, und immer wieder so große Zweifel kommen...
      Ansonsten meditiere ich und mache Yoga jeden Tag. Das tut mir sehr gut.

      Ich sende dir liebe Grüße und danke für diese tolle Seite!

      Katharina

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        20 August 2020 um 14:01 |
        Liebe Katharina,
        erst einmal vielen Dank für das Kompliment für meinen Blog. Ich freue mich, dass dich meine Worte erreichen. Aus deinem Kommentar spricht viel Schmerz, Mutlosigkeit und Verzweiflung. Du hast einen langen Weg hinter dir und schon viele Versuche gestartet, deine berufliche Situation ins Bessere zu drehen. Hierfür meine Hochachtung liebe Katharina, du gibst nicht auf und kämpfst – das erfordert Mut, Ideen und einen äußerst starken Willen! Trotzdem lese ich aus deinen Worten auch die Müdigkeit, die Abgeschlagenheit, das Nicht-mehr-Können und Keine-Energie-Mehr haben sowie die Info, dass du körperliche Probleme hast. Ich habe ein bisschen Bedenken, dass du am Rande eines Burnouts oder einer Depression stehst, deswegen würde ich dir gerne raten, zunächst einmal deinen Hausarzt aufzusuchen und abzuklären, ob du tatsächlich gesund bist. Denn nur, wenn du wirklich gesund bist, kannst du die beruflichen Herausforderungen, die kommen werden, stemmen. Vielleicht bräuchtest du auch einfach mal eine längere Krankschreibung, um wieder zur Ruhe zu kommen und für dich zu klären, wie dein künftiges berufliches Leben konkret aussehen soll? Möglicherweise sogar mit Hilfe eines Therapeuten, der dich auf deinem Weg begleitet und dir Tipps gibt? Teilzeit zu arbeiten ist grundsätzlich super für viele HSPs, da hast du einen Ausgleich zum Beruf und kannst dich wieder erholen, auf der anderen Seite wirst du für diese Freiheit wahrscheinlich deine Fixkosten reduzieren müssen. Liebe Katharina, ob du diese neue Ausbildung nun startest, wird dir deine innere Stimme verraten. Höre in dich hinein und gehe dann den Schritt, der sich für dich richtig anfühlt. Sollte die schulische Ausbildung in dir im Moment nur Druck und Angst erzeugen, wird es sicherlich möglich sein, sie noch um eine gewisse Zeit nach hinten zu schieben. Das Allerwichtigste ist im Moment eigentlich nur eines: deine Gesundheit… Ich wünsche dir ganz viel Glück für deinen Weg und bin sicher, du wirst dir das Berufsleben erschaffen, das zu dir passt. Manchmal dauert es leider länger aber ich versichere dir: keine der Erfahrungen, die du machst, sind je umsonst! Deine Nicole

        antworten

    • Alina

      Alina

      18 November 2020 um 00:09 |
      Hi,
      mein Name ist Alina und ich lebe jetzt gute 20 1/2 Jahre mit der Hypersensibilität und hatte schon viel damit zu kämpfen.
      Vor einiger Zeit habe ich deinen Artikel schon mal gelesen, bin jetzt wieder darauf gestoßen und habe mich nochmal damit beschäftigt.
      Ich stehe grade an einem Wendepunkt in meinem Leben.
      Vor über einem Jahr habe ich mein Abi gemacht, dann ein BFD und bin jetzt in eine Großstadt gezogen (vom Land) um in einem halben Jahr das Studium zur Kunsttherapeutin zu beginnen.
      Um das ganze zu finanzieren habe ich einen Job in einer Tankstelle angenommen, der überraschend vielseitig und cool ist. (Obwohl es mich mit der Hypersensibilität auf so manche Probe stellt. Vor allem mit unfreundlichen Menschen)
      Aber ich habe grade irgendwie Angst das ich versagen könnte und nicht studieren kann, das was mein Traum ist.
      Wie du oben schon geschrieben hast ist EIN Beruf, für Menschen wie uns, nicht immer das richtige, obwohl ich weiß das ich das lieben werde.
      Es ist abwechslungsreich, kreativ, selbständig, bietet Kontakt (aber nicht zu viel) und verdienen kann man auch gut. Der Punkt ist jedoch das ich Angst habe, ich könnte völlig versagen. Was wenn der Beruf mich überfordert? Oder noch schlimmer mich langweilt? Ich bin in manchen Dingen leider zu stur um dann auf zu geben. Oder das erkämpfte dann zu verlieren...
      Ich werde zwar gewiss Das Studium beginnen aber selbst jetzt habe ich Zweifel.
      Weißt du ob das je vorbei geht?
      Liebe Grüße Alina

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        18 November 2020 um 11:14 |
        Meine liebe Alina,

        leider werden diese Zweifel bzw. Ängste dich immer in der einen oder anderen Form begleiten - das liegt einfach in unserer menschlichen Natur und bei uns HSP ist das Sicherheitsdenken noch viel ausgeprägter als bei anderen. Damit gilt es zu leben und die Angst als Begleiter zu sehen. Angst sollte jedoch nie ein Grund sein, etwas nicht zu tun, wonach man sich sehnt. Wenn du total Lust auf dieses Studium hast und dein Bauchgefühl stimmt, kann ich dir nur dazu raten, es zu probieren! Du wirst erst sehen, ob der Beruf zu dir passt, wenn du ihn ausübst und siehst, wie es dir damit geht. Ich finde es toll, dass du für dich eine Richtung gefunden hast und diesen Weg gehst! Eine absolute Sicherheit, dass das jetzt das "Richtige" ist, wird es nie geben, es kann auch sein, dass du dich wieder veränderst, deine Interessen usw. ABER das ist nie schlimm. In diesem Fall wirst du genau wie jetzt in dich gehen und wieder neu entscheiden, wie es weitergeht - genau das macht das Leben ja so abwechslungsreich. Nichts, was wir in diesem Leben tun, lernen oder erfahren, ist umsonst, niemals. Deswegen vertraue deinem Bauchgefühl und gehe es an. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg und Freude damit!! LG Nicole

        antworten

    • Anna

      Anna

      08 Februar 2021 um 13:12 |
      Hallo,

      Ich bin 27 Jahre alt und bin momentan wieder arbeitslos.

      Auch ich bezeichne mich als hochsensibel, was ich vorallem in der Arbeitswelt eher als Fluch als ein Segen wahrnehme.

      Solange ich arbeitstechnisch zurück denken kann, war ich immer schon sehr perfektionistisch, allerdings hatte es stets Auswirkungen auf mein Arbeitstempo. Egal wo ich gearbeitet habe, es wurde mir ständig eingetrichtert, dass ich viel zu langsam bin.

      Vor über einem Jahr hatte ich eine Stelle als Betreuungskraft in einer WG für Patienten, die unter anderem beatmet werden mussten, angetreten. Es war für mich die perfekte Arbeitsstelle, da die Anzahl der Patienten übersichtlich war. Ich hatte sogar dort die Möglichkeit gehabt, eine Ausbildung als Pflegefachkraft zu machen.

      Allerdings hatte unser Chef meine Zukunft und somit meiner Zufriedenheit einen Strich durch die Rechnung gemacht und unsere Arbeitsstelle aufgelöst. Einige Wochen später kam dann die Kündigung.

      Danach hatte ich einen Monat für einen mobilen Pflegedienst als Pflegehilfskraft und in der Hauswirtschaft gearbeitet. Dort wurde mir versichert, dass ich mir für die Klienten Zeit lassen durfte. Die Klienten waren auch sehr zufrieden mit mir. Das habe ich zumindest gedacht.

      Kurz vor Silvester wurde mir allerdings gekündigt; Ich wäre zu langsam gewesen und es hätten sich Klienten beschwert.

      Momentan bin ich echt am verzweifeln und weiß nicht, wo meine berufliche Reise hingeht. Und durch die Kündigung beim mobilen Pflegedienst zweifle ich auch, ob die Pflege tatsächlich was für mich ist.

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        08 Februar 2021 um 15:01 |
        Liebe Anna,

        vielen Dank, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. Ja, es ist manchmal nicht einfach, einen Job zu bekommen, der sowohl von Arbeitgeberseite als auch nach eigenem Empfinden passt. Trotzdem glaube ich schon, dass du in der Pflege gut aufgehoben bist. Die Klienten dort sind so dankbar und brauchen Menschen wie dich, die sich mit ganzem Herzen einsetzen. Da ich selbst dort immer wieder als Sozialpädagogin tätig bin und meine eigene Mutter pflege kann ich dir einen Tipp aus erster Hand geben: Versuche es mal, dich bei den Menschen direkt anstellen zu lassen als Pflegehilfskraft. Es gibt so viele Familien, die jemanden wie dich brauchen - also eine Person, die eine Rundumversorgung, auch hauswirtschaftlich leisten kann und dabei liebevoll mit den Pflegebedürftigen umgeht und die Angehörigen entlastet. Ich selbst war schon bei mehreren Familien direkt angestellt und frei in meinem Arbeiten. Vielleicht nimmst du auch mehrere Stellen an und kombinierst sie? Oder du bietest deine Dienste auf selbständiger Basis an? Da gibt es sehr viele Möglichkeiten. Ich möchte dir Mut machen, nicht aufzugeben. Wenn das DEIN Bereich ist, den du gerne machst, dann gib nicht auf, sondern suche dir Optionen, die zu dir passen. Der Bedarf ist auf jeden Fall da. Viel Erfolg für dich! Deine Nicole

        antworten

        • Mona

          Mona

          22 Februar 2021 um 14:46 |
          Liebe Nicole,

          Der Artikel ist zwar schon vor paar Jahren geschrieben aber ich habe auch aktuelle Kommentare entdeckt und das ermuntert mich, dass auch ich noch die Möglichkeit habe, deinen Rat einzuholen.
          ja :D ich bin auch Hochsensibel, auch schon vor Jahren rausgefunden aber immer wieder vergessen und nicht so bedeutungsvoll gemacht bzw. irgendwie was geändert mit diesem Wissen...jetzt wieder darüber in deinem Artikel zu lesen tut mir gut und auch zu realisieren dass ich ein Skanner bin! hallelujia! so wie die meisten hier leide auch ich noch stark darunter und gehöre noch zu denen, dich es sich so schwer tun, einen passenden Job zu finden bzw. Mich für einen beruflichen Weg festzulegen. Ich bin noch relativ jung, 21, aber leide seit dem Abi mit 17 sehr unter dem Druck das passende Leben für mich aufzubauen. Es scheint mir so schwer! Ich fange immer wieder Studiengänge an oder Ausbildungen aber breche sie immer wieder ab weil mir nicht sinnvoll genug für die Welt oder erfüllend für mich ist...jetzt bin ich auch wieder in der Situation und bin grade am überlegen Lehrerin zu werden, da ich die Struktur einerseits mag die man hat, aber der eigene kreative Boss ist innerhalb seiner eigenen Stunden. Ich stelle mir auch vor wie ich tolle AGs nebenher anbieten könnte und eben nicht nur auf die zwei Fächer beschränkt bin die eigentlich nicht meine Leidenschaften sind sondern eher Interessen...ich habe festgestellt dass wenn ich beruflich oder professionell meinen Leidenschaften folge (-n will) dass ich dann zu viel Druck verspüre und die Erfüllung und Leichtigkeit verliere die es mir eigentlich gibt. Was so schade ist und so konträr ist zu: folge und mach das was dir liegt und was dir Spaß macht- ich denke aber das ist eben anders und nicht als Beruf gemeint ? :) aber wie wirklich besser werden wenn nicht studieren ? Naja, vielleicht kleiner anfangen und nebenbei Kurse machen? ...seit dem Abi ist bei mir die Reizüberflutung und innerliche Stress immer deutlicher geworden und vielleicht auch höher was sich bei mir auch mit wortwörtlich einer dünnen Haut zeigt und so glaube ich: Stressröte die mich mehr und mehr zum Rückzug drängt und „asozial“ werden lässt, obwohl wäre da nicht meine Röte: ich es liebe unter Menschen zu sein- deswegen ja auch einen sozialen Beruf wie der des Lehrers der Lehrerin an sich geeignet finde...und ich hoffe das diese wieder weg geht sobald ich immer mehr Sicherheit habe in meine Lebensbahn..was mich eigentlich auch sehr interessiert sind psychologische oder gesundheitliche spirituelle Berufe aber da habe ich das Gefühl dass mich der ständige Kontakt mit „leidenden“ Menschen auch eher auslaugen wird obwohl auch so als sinnvoll empfunden und dadurch „erfüllend“ dass ich da aber meine Grenzen überschreiten würde...ich liebe es aber draußen in der Natur aktiv zu sein, ganz viele Sportarten :)) und bin sehr künstlerisch und musikalisch begeistert und weiß jetzt nicht ob ich das eben was meine Leidenschaften sind für mich als Hobby behalten sollte und evtl nebenher immer größer aufbauen könnte und jetzt eher wissenschaftliches wie Physik und Philosophie zb als Lehramt studieren sollte die die Welt erklären was immer spannend ist aber irgendwo auch egal

          antworten

    • Mona 2

      Mona 2

      22 Februar 2021 um 14:48 |
      weil leben und erleben sowieso der Sinn des Lebens für mich darstellen...? :)) zur Zeit lebe ich in einer Großstadt und hatte diese selbst angestrebt weil ich das künstlerische und kulturelle Angebot liebe und auch gerne tanze und mit künstlerischen Menschen in Kontakt komme aber mit Corona ist das ja alles dicht und ich bin ein geborenes Naturkind und gehe eigentlich immer zu den ruhigen Orten der Stadt und frage mich jetzt auch ob es für mich mit diesem Wesen das ich habe/bin überhaupt guttuend sein kann hier zu wohnen oder ob es nicht doch lieber eine kleinere naturvollere Gegend sein soll wo alles ein wenig langsamer geht und weniger Reizüberflutend ist als in der riesigen Großstadt! aber dann wiederum gibt es vielleicht nicht diese kunstszene....ich könnte weiter und weiter schreiben. Ich danke dir erstmal für das Durchlesen und für diesen Artikel und die Kommentarmöglichkeit! Vielen Dank und alles Liebe auch dir, vor allem in diesen außergewöhnlichen Zeiten.

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        23 Februar 2021 um 08:57 |
        Liebe Mona,

        vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Ich spüre deinen Lebensdrang und die Lust, beruflich etwas zu machen, was dich mit Sinn erfüllt und gleichzeitig der Welt irgendwie hilft. Du bist noch so jung, hast so viel Energie und kreativen Flow in dir drin, das finde ich total schön! Sieh das bitte positiv und stelle dich deswegen nicht in Frage, selbst wenn es die Arbeitswelt um dich herum manchmal wahrscheinlich tun wird. Ich kann / will dir da auch nicht DEN Rat geben, denn du machst das schon richtig. Das Einzige, was ich dir sagen will ist dieses: Setze dich nicht so unter Druck, sondern suche dir etwas aus, das dich jetzt im Moment interessiert und gehe darauf zu. Schaue es dir an, lerne es kennen, eigne dir Wissen an, probiere dich praktisch aus. Und erfahre, wie du dich dabei fühlst und ob das etwas sein könnte, was längerfristig für dich passt. Gib dem Ganzen eine Chance und beende es nicht sofort, wenn es schwierig wird, denn die Welt braucht so geistig offene Menschen wie dich und manches will in seiner Tiefe erfahren und angewandt werden. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es immer weitergeht. Und manchmal führen einen gerade berufliche "Pleiten" sehr deutlich in eine Richtung, die besser zu einem passt. Ich mag dir noch ein tolles Buch empfehlen, das mir sehr geholfen hat, es ist von Barbara Sher und heißt "Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will". Oder aber mein eigenes Buch mit Namen "Feinfühligkeit trifft auf Berufsleben. Wie Sie Beruf und Ihr Naturell in Einklang bringen können", indem meine Erfahrungen und die vieler HSP aufgelistet sind. Egal, was du machst: Bleib dir treu und vertraue deiner Intuition. Dann liegst du nie falsch. Alles Liebe, Nicole

        antworten

    • Frank

      Frank

      15 April 2021 um 08:40 |
      Liebe Nicole,

      beim recherchieren bin ich auf deine website gestoßen und "hängengeblieben" da ich mich in vielen Punkten wiedererkenne.

      Mit Mitte 40 hatte ich sehr viele unruhige letzten gut 6-7 Jahre mit vielen Jobwechseln und bin nun am Tiefpunkt angelangt (wieder Jobsuche, arbeitslos, große L+cke im CV , nur noch wenige Monate Arbeitslosengeld-Anspruch).

      Ich habe Angst davor nicht mehr in irgendeinem Job zufrieden werden zu können (und Partnerschaft zu gefährden); sobald etwas nicht zu mir passt kommen leichte "Rückzugsgedanken" dabei wünsche ich mir nicht mehr als mal mind. 3-4 Jahre in einem Job zu bleiben und endlich "anzukommen", einen "Hafen" zu finden. Ich bin jetzt auch bei einer Therapie um herauszufinden was ich will/wieso ich keine Klarheit bzgl. meiner beruflichen Ziele habe und wie ich diese gewinnen kann.
      Hast du noch einen Tipp wie man seinen Weg (wo beruflich die Reise hingehen soll) bestmöglich finden kann ?
      Ich höre auf meinen Bauch/Gefühl wenn ich eine Stellenanzeige vor mir sehe und glaube zu wissen, welcher Job mir passen/gut tun würde und welcher nicht aber evtl. ist meine Wahrnehmung ja auch "angeknackst" ?!

      Alles sehr bitte und frustrierend aktuell (Haus, 2 kids und nicht nur die family auch die Großeltern leider mit/unter meiner Situation)

      Danke für jedes feedback!!

      LG Frank

      antworten

      • Nicole

        Nicole

        15 April 2021 um 10:02 |
        Lieber Frank,

        herzlichen Dank für deinen Kommentar. Ich kann mir vorstellen, wie es dir geht, du bist frustriert und stehst natürlich noch unter finanziellem, familiären Druck und möchtest endlich "ankommen". Dass du eine Therapie machst, finde ich klasse!! Da hast du eine Person als Unterstützung, die dich auf deinem Weg begleitet und vor allem hilft, das zu finden, das zu deinem Wesen passt. Das ist nämlich die Grundvoraussetzung, um einen Job zu finden, bei dem man länger bleiben und sich wohlfühlen kann, äußerliche Widrigkeiten wie Corona & Co mal ausgenommen. Mein Tipp für dich wäre auf jeden Fall, bei einer möglichen Arbeitsstelle ein paar Tage Probe zu arbeiten, einfach damit du ein Gefühl dafür bekommst, ob die Kollegen, die Tätigkeit usw. zu dir passen. Für den Betrieb ist das ja auch nicht schlecht, weil er dich ebenso kennenlernen kann. Vielleicht ist ja auch mein Buch "Feinfühligkeit trifft auf Berufsleben. Wie Sie Beruf und Ihr Naturell in Einklang bringen können" etwas für dich, da habe ich viele Tipps bzw. Erfahrungen von mir und den meinweg-deinweg-Lesern & Leserinnen mit aufgenommen. Oder aber du klickst dich durch meine Blogartikel, ich schreibe immer wieder neue, viele davon in Sachen Jobfindung. Egal, was du tust, ich wünsche dir ganz viel Erfolg und gib bitte nicht auf. Irgendwann wirst du das Richtige für dich finden und es in Anbetracht deiner Erfahrungen wirklich zu schätzen wissen. Alles Gute!!! Nicole

        antworten

        • Frank

          Frank

          15 April 2021 um 10:52 |
          Hi Nicole,
          wow, ein blitzschnelles feedback :-) Danke dir.
          Ich schau mir dein Buch und dein Blog gleich noch genauer an.
          Das mit dem Probetag werde ich sicher anbieten; erspart allen Enttäuschungen und man rutscht nirgends rein wo man sich evtl. kurze Zeit später schon überhaupt nicht wohlfühlt.
          Bleib gesund
          LG Frank

          antworten

          • Nicole

            Nicole

            15 April 2021 um 11:07 |
            Lieber Frank,

            vielen Dank, sehr gerne geschehen. Ja schau dich ein bisschen um, ich freue mich! Und nochmal, bleib dran: Du hast der Welt was zu bieten und findest deinen Platz, da bin ich ganz ganz sicher!! Bleib ebenfalls gesund und alles Liebe, Nicole

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    • Anni

      Anni

      05 Mai 2021 um 13:19 |
      Liebe Nicole,

      auch mir geht es nun schon mein ganzes Leben so, dass ich in Jobs unglücklich bin. Bei mir wird es dann aber meistens so extrem, dass ich Gedanken bekomme, echt nicht mehr leben zu wollen, weil der Leidensdruck so hoch wird.
      Ich bin nun 29 Jahre alt und gerade im zweiten Jahr in der Ausbildung zur Ergotherapeutin. Ich dachte echt, jetzt das Richtige gefunden zu haben. Doch ich bin nun im zweiten Praktikum und es geht mir sehr schlecht damit. Schon das erste Praktikum in einer Klinik für Psychosomatik hat mich total unglücklich gemacht, mir gefällt die Arbeit selbst nicht und die ganzen Menschen mit ihren Problemen mitzubekommen, hat meine Stimmung auch sehr beeinflusst.
      Nun bin ich in einer Praxis, die auch tiergestützt mit Hunden und Pferden arbeitet, das war das was ich auch eigentlich wollte. Doch nun fühle ich mich auch dort nicht richtig. Ich fühle mich bereits nach zwei Tagen arbeiten in der Woche ausgebrannt. Die Arbeit macht mir keinen Spaß und ich komme mit der Chefin irgendwie auch nicht klar, weil sie vom Menschentyp so anders ist. Ich fühle mich unwohl mit ihr und das, obwohl sie meine Anleiterin ist und ich so ständig mit ihr zusammen arbeiten muss. Bereits am Anfang benannte sie mein ruhiges Wesen als "problematisch", was mir sehr weh getan hat. Generell die Kollegen sind da alle viel forscher und extrovertierter und sie scheint das alles total kalt zu lassen, während ich natürlich all die Schwingungen der Patienten aufnehme. Da ich ein introvertierter Mensch bin, merke ich auch, dass es mir nicht liegt bzw zu viel ist, mit den Patienten so viel reden zu müssen. Ich bin meist nach 3 Patienten müde davon und merke ich möchte mich eigentlich zurückziehen und nur meine Ruhe.
      Heute bin ich zu Hause geblieben, da ich merke, dass es so nicht weitergeht.
      Ich stehe nun wieder an dem Punkt, dass ich merke, ich halte es so nicht mehr aus. Doch was ich anstatt dessen mache, weiß ich eben auch nicht.
      Ich merke, ich habe immer wieder den Traum, einfach von zu Hause arbeiten zu können, in Ruhe und hauptsächlich mein eigener Chef sein. Doch eine Idee dazu ist mir bisher noch nicht gekommen. Denn damit ging es mir bisher am aller besten, das habe ich gemerkt, als ich letztes Jahr nur zu Hause online Unterricht hatte und mir da alles ziemlich selbst einteilen konnte, so viel Freiraum und Ruhe für mich hatte, noch einen Hund halten konnte, viel in die Natur gehen...

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      • Nicole

        Nicole

        06 Mai 2021 um 09:16 |
        Liebe Anni,
        ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das jetzt eine belastende Situation für dich ist, zumal du dir ja so gewünscht hast, dass „es DAS jetzt endlich ist“. Jetzt stellst du fest, dass es mehrere Komponenten gibt, die dich stressen und wo du dich nicht ganz so wohl fühlst. Auch stellst du den Beruf an sich in Frage. Das ist keine leichte Situation und dass du da manchmal denkst, ich mag nicht mehr, ist auch verständlich. Trotzdem: Wenn der Gedanke kommt, dass du dich umbringen möchtest lass dir bitte sagen: KEIN BERUF DER WELT ist es wert, sich deswegen umzubringen! Wenn dieses Verlangen in dir drin ist, rate ich dir dringend, deinen Hausarzt aufzusuchen und dich ihm anzuvertrauen. Er wird dich an kompetente Fachleute überweisen, die dich aus diesem Loch wieder rausbringen und dir neue Perspektiven aufzeigen. Auch solltest du vielleicht eine Psychotherapie/Verhaltenstherapie in Erwägung ziehen, da wäre dann jemand, dem du vertraust und der ein Stück deines beruflichen Findungsprozesses mitgeht und dich stärkt. Kurzum: Hole dir bitte Hilfe, bleib nicht in dieser Situation alleine! Vergiss nicht: Deine Gesundheit steht an oberster Stelle, alles andere ist unwichtig! Solltest du weiterhin so unglücklich in deiner Ausbildung bzw. im Praktikum sein, sprich z.B. mit deiner Ausbildungsleiterin darüber – gibt es da in der Schule jemanden, mit dem du sprechen kannst? Vielleicht kann man das Praktikum zeitlich anders organisieren, dass es besser zu deinen Bedürfnissen passt oder du wechselst nochmal in eine andere Sparte? Ergotherapeuten sind ja in vielfältigen Einsatzgebieten tätig. Vielleicht wäre die Arbeit mit Senioren ja was? Ich habe festgestellt, dass diese generell sehr viel ruhiger sind und nicht so stressig, zumindest ist das meine Erfahrung als supersensible Sozialpädagogin, die mit Senioren arbeitet. Unabhängig davon muss man sich gerade als sensibler Mensch von seinen Klienten abgrenzen können, sonst hält man das nicht lange aus, ohne selbst Schaden zu nehmen. Gut finde ich, dass du auch schon herausgefunden hast, was dir liegt: Freie Zeiteinteilung, regelmäßige Pausen, Aufenthalt in der Natur, das sind Dinge, auf denen du aufbauen kannst. Jemand sagte einmal zu mir: „Der Beruf muss sich Ihren Bedürfnissen anpassen, nicht umgekehrt.“ Auch ich bin durch viele berufliche Täler gegangen, bis ich endlich mein Berufs-und Lebensmodell gefunden habe, das zu mir passt. Ich möchte dir Mut machen, nicht aufzugeben und auch flexiblere Arbeitsmodelle in Betracht zu ziehen, in welchem Beruf auch immer. Vielleicht liest du hierzu ja mein Buch „Feinfühligkeit trifft auf Berufsleben. Wie Sie Beruf und Ihr Naturell in Einklang bringen können.“ Da habe ich sehr viele Tipps mit aufgenommen. Du bist wertvoll, liebe Anni, und du hast in diesem Leben eine Aufgabe, die keiner besser als du ausführen kann. Du bist gerade dabei, sie zu finden, auch wenn das leider derzeit noch über Trial und Error läuft… Irgendwann bist du am Ziel und du wirst nichts mehr anderes machen wollen, da bin ich sicher. Ich wünsche dir alles Gute!

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    • Lia

      Lia

      20 Mai 2021 um 19:44 |
      Hallo Nicole.

      Vielen Dank für diesen ausführlichen Artikel. Ich habe vor ein paar Tagen festgestellt, dass ich hochsensibel bin. Dank Deinem Artikel weiß ich nun auch, dass ich zudem zu den "Scannern" zähle.

      Aufgefallen ist mir mein Anders sein schon immer. Schon im Kindergarten gehörte ich nicht dazu. Damals wurde bei mir allerdings ADHS vermutet. Als ich in die Grundschule kam begann eine harte Zeit meines Lebens. Ich wurde über 10 Jahr mit Mobbing konfrontiert. Als ich 13 wurde sind meine Eltern mit mir zu einer Therapeutin aufgrund einer Essstörung. Im Nachhinein weiß ich das ich meine Gefühle unterdrückt habe, weil ich mit den Auswirkungen meines Umfelds nicht klar kam. Kommt das bei Hochsensiblen häufiger vor?
      Nachdem diese im stillen Autismus und erneut ADHS diagnostizierte kam ich mir vor wie der letzte Vollideot. Lange rede kurzer Sinn. Ich kam mir also schon immer anders vor und kein Mensch aus meinem Umfeld kann mich verstehen.
      Ich spüre Menschen und nehme deren Aura wahr ohne die Menschen visuell zu sehen. Ist das normal? Jetzt bin ich 17 und habe endlich eine Antwort auf mein ganzes bisheriges Leben.
      Zu wissen was man ist macht es nur erstmal nicht leichter. Die meisten in meinem Alter verstehen mich nicht und meine Interessen waren schon immer vielseitig und eher altersuntypisch.

      Fakt ist: Im Moment bin ich auf einem Gymnasium in der 11. Klasse, fühle mich dort aber im Moment sehr unwohl. Dies kann allerdings auch an der Pandemie liegen. Dennoch bin ich mit meinem jetztigen Leben nicht zufrieden.
      Ich weiß allerdings auch keine Alternative zur Schulischen Weiterbildung, da meine Interessen eben sehr vielseitig sind.

      Im Moment komm ich immer wieder in ein Hamsterrad der Reizüberflutung was bei mir zu regelmäßigen Panikattaken und Zusammenbrüchen führt. Zudem lebe ich in keinem sonderlich stabilen Umfeld und ich weiß im Moment nicht wie es weitergehen soll.

      Es wäre schön wenn Sie mir ein paar Tipps geben könnten wie ich es schaffe mein Leben besser in den Griff zu bekommen.

      Lg Lia

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      • Nicole

        Nicole

        25 Mai 2021 um 13:21 |
        Liebe Lia,
        vielen Dank für deinen Kommentar. Ich kann mir vorstellen, dass du eine anstrengende Zeit hinter dir hast und auf der Suche bist nach einem Lebensentwurf, der dir entspricht, umso mehr freue ich mich, dass du auf die Hochsensibilität gestoßen bist und dich da auch einorden kannst. Konkrete Tipps für deine individuelle Situation kann/möchte ich dir nicht geben, weil ich dich ja nicht persönlich kenne und nicht weiß, wie es dir in den Situationen geht bzw. was so etwas wie Zusammenbrüche oder Panikattaken bei dir auslöst. Trotzdem kann ich dir immer empfehlen, so viel wie möglich in Form von z.B. Büchern, YouTube-Videos, Interviews usw. über die Hochsensibilität herauszufinden. So lernst du das Thema immer besser kennen und vor allem dich als ganz individuelle Person. Es gibt nämlich nicht DEN oder DIE Hochsesiblen, es gibt immer nur Dich mit deinen ganz persönlichen Eigenschaften. Du tust gut daran, herauszufinden, was dir persönlich guttut und was weniger und dein Leben dementsprechend einzurichten. Eine tolle Hilfe hierzu kann zum Beispiel auch eine Psychotherapie sein, die dir der Hausarzt bei entspechender Diagnose vermittelt. Was ich noch hilfreich finde: hole dir Hilfe, wenn du das Gefühl hast, du schaffst es nicht alleine. Sprich mit Freunden, Menschen denen du vertraust, mit deiner Familie, einer Vertrauenslehrerin usw. Nicht selten finden sich Lösungen für Probleme gemeinsam mit anderen besser als nur alleine. Und als Letztes: Hab Vertrauen in dich selbst und deine wundervollen Fähigkeiten. Ich bin ganz sicher, du wirst deinen Platz in der Welt finden, auch wenn es manchmal ein wenig länger dauert... Ich drücke dir die Daumen dafür! Alles Liebe Nicole

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    • Anne

      Anne

      09 Juli 2021 um 16:25 |
      Ich weiß nicht mal mehr genau wie ich auf diese Seite gestoßen bin...ich habe glaube ich aus Spaß "ich bin verrückt, welcher Job passt zu mir" bei Google eingegeben...

      Danke erst Mal für diese erhellenden Zeilen. Ich habe immer gedacht ich sei, v.a. körperlich, zu robust für echte Hochsensibilität und auch meine Belastbarkeit ist ganz ok bzw. hängt sehr stark von der Art der Belastung ab: Schwere Schicksale von Klienten, da kann ich mich abgrenzen, während Mobbing-Athmosphäre oder negativer Druck von Vorgesetzen mir zusetzen. Ich konnte mich hier in dem Artikel daher v.a. in den Bedürfnissen und Problemen eines hochsensiblen Scanners bzgl. der Arbeitswelt wiederfinden.
      Alle 4-7 Jahre ca. bekomme ich einen Rappel und stelle mich und meine beruflichen Entscheidungen in Frage und versuche mich umzuorientieren. Ich bin jetzt 41 und in der schwierigen Luxussituation, dass ich evtl. eine Umschulung bezahlt bekomme (- ich habe ein exotisches FH Diplom-) und muss jetzt entscheiden, wo die Reise hingeht. Schwierig.

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      • Nicole

        Nicole

        11 Juli 2021 um 13:54 |
        Liebe Anne,

        herzlichen Dank für deinen Kommentar. Ja, es ist manchmal keine einfache Sache, ein hochsensibler Scanner zu sein, aber es hat auch seine Vorteile. Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du deinen ganz individuellen Weg zur beruflichen Erfüllung findest! Alles Liebe, Nicole

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