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Blog meinweg - deinweg

Wie du anderen Trauernden helfen kannst - Teil 5

Geschrieben von Nicole

Als mein Großvater vor einigen Jahren starb, war ich dabei, als meine Mutter die Nachricht bekam.
Sie schrie auf und fing an zu weinen. Mein Bruder reagierte sofort – er nahm sie in den Arm und tröstete sie. Ich hingegen saß wie ein Stockfisch daneben und tat: Nichts. Getröstet habe ich meine Mutter mit diesem Verhalten wahrscheinlich nicht. Jedoch wusste ich auch nicht, wie ich reagieren sollte. Ich war unsicher und völlig daneben. Heute jedoch weiß ich Gott sei Dank besser, wie ich Trauernden helfen kann. Hier findest du die wichtigsten Infos…

Trauernde benoetigen deine aufrichtige Hilfe. Sei da.

Zunächst einmal ist vielleicht dieses wichtig zu betonen:

Es gibt nicht DEN Trauernden.

Stattdessen: Jeder Mensch reagiert ANDERS auf einen Verlust. Deswegen ist auch nicht jede Hilfsmaßnahme für jeden Menschen geeignet. Dementsprechend solltest du sehr vorsichtig vorgehen und nicht blind mit der Tür ins Haus fallen, wenn du einen Trauernden unterstützen willst.

Was jedoch helfen könnte, beschreibt (die selbst von einem Todesfall betroffene) Sarah Riedeberger sehr einfühlsam in ihrem Blogartikel:


Das hilft, wenn andere trauern

Sei da

So schlicht wie dieser Ratschlag ist, so wirkungsvoll ist er auch. Wenn es dir irgendwie möglich ist, fahre hin zu der trauernden Person und sei bei ihr. Alleine durch deine Anwesenheit wirst du sie stärken.

Damit zeigst du ihr, dass du da bist und mitfühlst.

Du gibst ihr das Gefühl,

mit dem Schmerz nicht alleine da zu stehen.

Du bietest eine Schulter zum Anlehnen.

Du fühlst mit.

Mehr ist nicht nötig.

Mache dir klar:

DU SELBST.

BIST.

GENUG.

Natürlich kannst du, wenn du ganz weit weg bist, nicht sofort kommen und da sein.

In diesem Fall rufe an.

Schreibe einen Brief.

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Formuliere eine Mail.

Schicke eine Sprachnachricht.

Irgendetwas, das zeigt: Du bist da.

Die trauernde Person wird es zu schätzen wissen. Selbst, wenn sie nicht darauf reagiert (bzw. reagieren KANN, weil sie vielleicht mit der Situation gerade überfordert ist).


Frage nach

„Wie geht es dir?"

"Kann ich etwas für dich tun?“

Zwei ganz einfache Fragen.

Manche Menschen trauen sich jedoch nicht, sie zu stellen.

Sie haben Angst vor Gefühlsausbrüchen, mit denen sie nicht klarkommen.

Deswegen ziehen sie sich nach den ersten Beileidsbekundungen lieber zurück.

Frei nach dem Motto: „Wird schon rumgehen und wenn er/sie Hilfe braucht, meldet er/sie sich bestimmt…“

Ich persönlich vermute, die wenigsten Trauernden rufen irgendwen an und sagen: „Hey, mir geht’s gerade echt nicht gut. Ich brauche deine Hilfe.“

Deswegen bist gerade DU gefordert,

nachzufragen!

Das schließt natürlich ein, es auch mal auszuhalten zu können, wenn der oder die Trauernde dir auf diese Frage hin die Hucke vollheult. Oder in (vielleicht für dich unbequeme) Stille versinkt. Sei beruhigt, diese Phasen gehen vorüber.

Mit deiner Frage nach Unterstützung vermittelst du dem Trauernden aber etwas ganz wichtiges.

Das Gefühl: „Hey, ich bin da und reiche dir die Hand falls du sie willst. Wir schaffen das gemeinsam.“


Sei zurückhaltend

Gehe behutsam mit dem Trauernden um. D.h. mache ihm bitte kein schlechtes Gewissen, wenn er nicht dir ins Kino oder Café geht.

Natürlich kannst du ihn behutsam fragen, ob er mitkommen möchte, denn manchen Trauernden tut Ablenkung sogar gut.

Akzeptiere jedoch aufrichtig, wenn er verneint und lieber zuhause bleibt.

Das kann nächste Woche schon wieder ganz anders sein.

Merke dir:

Das Gefühl der Trauer ist nicht steuer- oder planbar. Es bricht auf, wenn es eben aufbrechen möchte.

DEIN JOB ist es,

das zu AKZEPTIEREN!

Dein Job ist es NICHT, den Trauernden zusätzlich mit einem schlechten Gewissen zu belasten, weil er etwas, was DU vielleicht gerade möchtest oder als gut erachtest, NICHT möchte.

Ebenfalls ist es nicht sinnvoll, dem Trauernden in der akuten Phase von deinen eigenen Problemen zu erzählen. Das würde ihm auf jeden Fall das Gefühl geben, nicht ernst genommen zu werden und ihn vielleicht sogar noch zusätzlich belasten (worst case!).


Gib der Trauer Zeit

Was heißt das?

Ganz einfach:

Setze den Trauernden nicht unter Druck.

Sage nicht: „Nach 6 Monaten wirst du ganz bestimmt fertig getrauert haben.“

Klar würdest du das niemals so sagen, aber manchmal ist das der allgemein verbreitete Tenor in unserer Gesellschaft.

Doch diese Gesellschaft vergisst eines mit schöner Regelmäßigkeit:

Trauer ist NICHT steuerbar!

Genauso wenig die Länge der Trauer.

Jeder Mensch braucht seine Zeit und verarbeitet einen Verlust unterschiedlich.

Das letzte, was er in dieser Phase braucht ist jemanden, der ihm auf die Schulter klopft und sagt: „Ach, das wird schon wieder. Wirst sehen, in einem Jahr schaut alles anders aus.“ Diese Worte sind gut gemeint. Doch damit hilfst du dem Trauernden nicht. Stattdessen könnte die Ladung nach hinten losgehen: Im schlimmsten Fall fühlt er sich nämlich unter Druck gesetzt und hat das Gefühl, seine Trauer baldmöglichst „ablegen“ zu müssen.

Gehöre DU also bitte NICHT zu den Menschen, die solche Sätze sagen.

Sei DU ein Mensch, der offen und DA ist, solange der Trauernde es BRAUCHT.

Kurz: Mit open end sozusagen.

Wenn du in Sachen Trauerbegleitung noch einen Schritt weiter gehen möchtest, kannst du übrigens beim Katholischen Frauenbund sogar eine Ausbildung dazu machen. Hier bekommst du mehr Informationen.


Schenke Momente der Freude

 Ein Verlust ist furchtbar. Ein Verlust zieht runter. Du siehst nur noch schwarz und kennst keinen Ausweg aus der Misere.

Trotzdem ist es wichtig, nicht zu vergessen, dass das Leben auch glückliche Momente haben kann.

Momente, in denen gelacht werden darf.

Vielleicht sind es ja die Momente, an die du dich gemeinsam mit dem Trauernden an den Verstorbenen erinnerst.

Fragt Euch:

  • Worüber hat er gelacht?
  • Was hat ihn erfreut?
  • Gab es ein Ereignis, das Euch allen gemeinsam Freude geschenkt hat?

Sprecht darüber. Dann ist der Tod nicht alles, woran man beim Gedanken an den Verstorbenen denkt.

Bewusster Leben Serie

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Eine nette Episode kann ich dir noch aus meinem eigenen Leben erzählen. Meine Großmutter starb vor zwei Jahren. Das war ganz schlimm und wir alle hatten große Probleme, den Verlust zu verarbeiten.

Nach einigen Tagen war die Beerdigung. Alle waren in schwarz gekleidet. Als der Sarg meiner Großmutter in die Erde gelassen wurde, stand ein Blumenbukett im Weg. Einer der Trauernden wollte es wegheben, bückte sich und genau in diesem Moment riss ihm die Hose mit einem lauten „Ratsch“ am Hintern auf. Zu sehen war dann für alle Beteiligten nur eines:

Eine knallrot leuchtende UNTERHOSE!

In diesem Moment konnte ich mich nicht mehr beherrschen und lachte trotz meiner ganzen Trauer auf. Sofort trafen mich entsetzte Blicke, ich jedoch schaute in den Himmel und wusste: Meine Großmutter dort oben lachte ebenfalls. Ich halte es sogar nicht einmal für ganz abwegig, dass sie dieses genau dieses Ereignis herbeigeführt hatte. Nur, um unsere stocksteife Trauergesellschaft ein wenig aufzurütteln und mit ihrem Humor zu erfreuen ;)


So kannst du anderen Trauernden helfen - Mein Fazit

Wenn jemand in deinem Umfeld trauert, hilfst du ihm am besten, indem du schlicht und ergreifend mit ganzem Herzen anwesend bist.

Nimm ihn in den Arm.

Schweige.

Halte seine Tränen aus.

Frage nach, was du tun kannst. Aber bedränge nicht. Nicht und Niemals.

Stattdessen lenke ihn ab, wenn er es möchte.

Sprich mit ihm über den Tod, wenn ihm danach ist.

Sei ehrlich.

Aufrichtig.

Halte dich mit deinen eigenen Problemen zurück.

Versuche da, wo es angemessen ist, ein wenig Freude in der düsteren Zeit zu vermitteln.

Kurz und knapp:

Sei einfach DA.

Mehr musst du nicht tun.

Wirklich nicht.

Dann wirst du – vielleicht nicht sofort, aber sicherlich nach einiger Zeit - sehen: Es hilft.

Alles Gute für Euch!

Nicole

P.S. Das ist nur ein Teil meiner Artikelserie zum Thema Trauer. Du willst mehr erfahren? Klicke hier.

Über den Autor

Nicole

Nicole

Hi, mein Name ist Nicole,
ich bin Sozialpädagogin und Trainerin für Biografisches Arbeiten, was ich als meine persönliche berufliche Erfüllung bezeichne. Daneben gehe ich in die beste Schule überhaupt: Das Leben!

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